Nicht ohne Grund werden diese flinken Nager als Flussarchitekten bezeichnet. Sie bauen Staudämme, damit das Wasser nicht aus ihren Bauten fließt. Ein Biberbau kann 30 m2 groß und 2 m hoch sein. Mit seinen riesengroßen Schneidezähnen kann ein ausgewachsener Biber in kurzer Zeit 30 cm dicke Bäume fällen. Es ist der größte polnische Nager, der Flussufer mit Weiden und Pappeln bevorzugt. Man vermehrt ihn in geschlossener Zucht und setzt ihn später aus. Biber leben vielerorts in der Tieflandebene, manchmal kann man ihnen auch im Hochland begegnen.
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![]() Orzeł Bielik (der Seeadler) Foto: M. Czasnojc www.poland.gov.pl |
Der Ahnherr des polnischen Wappens ist wahrscheinlich der Seeadler
als der größte polnische Raubvögel. Er nistet im Norden des Landes,
hauptsächlich auf der Insel Wollin und nahe der Ostseeküste. Ähnlich
wie beim Steinadler stehen nicht nur diese Vögel unter Schutz, sondern
auch ihre Brutstätten. Der Seeadler wird bis 95 cm lang, seine Flügelspannweite
erreicht 250 cm, er wird bis zu 6 kg schwer. Das Gefieder hat unabhängig
vom Geschlecht die gleichen Farben: der Kopf und der Hals sind beige,
der Rücken, die Flügel und der Bauch dunkelbraun und der Schwanz
ist weiß. Der Seeadler fängt vorwiegend Fische und Wasservögel,
z. B. Enten, Gänse und Haubentaucher. Er ernährt sich auch von Aas.
Seine Nester baut er in den Kronen hoher Bäume, auf Felsenvorsprüngen
oder direkt auf der Erde, auf kleinen Inseln, auf denen keine Raubtiere
leben. |
Polen besitzt das europaweite einzigartige Fledermausreservat "Nietoperek"
wo jährlich mehrere tausend Tiere überwintern. Dazu gehört ein unterirdisches
Fragment des Międzyrzecki Rejon Umocniony / Meseritzer Gebietes im Westen
von Wielkopolska / Großpolen, das von den Deutschen 1925-41 aus Eisenstahlbeton
erbaut wurde. Das 30-50 m unter der Erde liegende Labyrinth aus langen
Fluren ist ein Zufluchtsort für diese faszinierenden Tiere, die übrigens
weltweit am wenigsten erforscht sind.
Die Fledermaus ist das einzige Säugetier, das fliegen kann. Sie kommt
bereits seit 55 Mio. Jahren auf der Erde vor. Sie baut sich keine Behausung,
sondern wohnt in Felsen- und Baumhöhlen sowie auf Dachböden. Am Tage schläft
sie, um dann nachts aktiv zu werden. Den Raum erkundet sie weder mit den
Augen noch mit dem Geruchsinn, sondern mit Ultraschallwellen. Sie ist
sehr nützlich, weil sie pro Nacht mehrere Tausend Insekten, darunter auch
viele Pflanzenschädlinge vertilgt. Man kennt über 900 Fledermausarten,
von denen 21 in Polen auftreten. Die kleinste in Polen lebende Art ist
die Zwergfledermaus. Sie wiegt 5 g, hat 20 cm Flügelspannweite und frisst
pro Nacht etwa 1000 Mücken.
Zwei der in Polen vorkommenden Arten - Zwergfledermaus und Blattnase -
halten Winterschlaf. Dann sind sie vollkommen wehrlos. Ihre Körpertemperatur
passt sich der Temperatur der Umgebung an, die Lebensprozesse verlaufen
langsamer: Puls und Atemfrequenz nehmen ab. Den Winter überlebt die Fledermaus
mühelos, da das im Herbst gespeicherte Fett nur langsam abgebaut wird.
Wenn man sie in dieser Phase zu oft weckt, kann sie sterben, weil das
Aufwachen jeweils mit großen Energieverlusten verbunden ist. Im Winterschlaf
erinnert sie an ein Gerät im Stand-by-Betrieb - sie erwacht, wenn sich
das Klima ändert. Wenn es zu warm oder zu kalt wird oder wenn die Luftfeuchtigkeit
sinkt, sucht sie sich eine andere Schlafstätte. Ihre Körperoberfläche
ist im Verhältnis zu ihrem Gewicht sehr groß - daher ist die Erhaltung
der Körperfeuchtigkeit für das Überleben wichtig. Da sie während des Schlafs
keine Flüssigkeit aufnehmen kann, muss sie einen Ort mit beinahe 100 %
Luftfeuchtigkeit finden, z. B. Höhlen, wo auch das Mikroklima und die
Temperatur stabil sind. Man findet in Polen die meisten Fledermäuse in
den Höhlen der Wyżyna Krakowsko-Częstochowska / Krakau-Tschenstochauer
Hochebene. Eine davon heißt sogar "Fledermaushöhle". Dort leben
Blattnase und Myotis. Polens Klima erlaubt es ihnen, den ganzen Winter,
der 5-6 Monate bzw. 180 Tage dauert, durchzuschlafen. So lange muss das
gespeicherte Fett ausreichen, da es in dieser Zeit kaum Insekten gibt.
Weiter nördlich treten Fledermäuse nicht mehr auf.
Fledermäuse sind Glücksbringer
Fledermäuse gelten im Fernen Osten als Glückssymbol. In China kennt man
z. B. den glücksbringenden Talisman wu fu (fünf Fledermäuse), auf dem
Fledermausflügel miteinander verflochten und ihre Köpfe nach innen gerichtet
sind. Dort befindet sich der Baum des Lebens. In den indianischen Kulturen
(Azteken und Mayas) stellten Fledermäuse Gottheiten dar. Die Fledermaus
verkörperte den Gott der Fruchtbarkeit.
Sämtliche Fledermausarten stehen unter Naturschutz. Bereits 1868 hat
das autonome Parlament Galiziens den weltweit ersten Entwurf eines entsprechenden
Gesetzes ausgearbeitet, das jedoch niemals in Kraft trat. Damals hielt
man Fledermäuse noch für Vögel. Heute stehen sie in fast allen europäischen
Ländern unter Schutz, in Polen seit 1952. Dies musste geschehen, da ihre
Zahl rapide abnahm. Oft war und ist der Mensch daran Schuld. Durch Pflanzenschutzmittel
werden Insekten als Nahrungsquelle vernichtet. Man hat auch alte Häuser
abgerissen, Wälder gerodet und Höhlen zerstört, so dass es immer weniger
Zufluchtstätten gab.
In letzter Zeit steigt ihre Zahl wieder, weil bestimmte Insektenbekämpfungsmittel
seltener verwendet werden und weil die Umwelt sauberer wird. An Fledermäusen
lässt sich das gut ablesen. Die Beobachtung ihrer Verhaltensweise kann
zu einer spezifischen Art der Umweltüberwachung werden.
Drei Vampir-Arten
Hinsichtlich ihrer Ernährungsweise unterscheiden sich manche Fledermausarten
sehr voneinander. Manche bevorzugen Fisch, Obst und Staub, aber es gibt
auch Raubfledermäuse. Drei Fledermausarten ernähren sich vom Blut warmblütiger
Wirbeltiere, also von Säugetieren und Vögeln. Sie treten ausschließlich
in der tropischen Zone Süd- und Mittelamerikas auf. Die "Vampirfledermäuse"
befallen hauptsächlich Pferde- und Kuhherden, indem sie ein Stück Fleisch
herausbeißen und das austretende Blut auflecken. An Kühen und Pferden
mangelt es in Polen keinesfalls. Warum gibt es hier also keine Vampire?
Blut ist sehr kalorienarm und die Fledermaus ist nicht imstande, so viel
davon zu verzehren, dass ihre Wärmeregulierung auf entsprechendem Niveau
bleibt. Blut ist einfach keine besonders gute Nahrung. Da es in den Tropen
sehr warm ist, braucht die Fledermaus weniger Nahrung, um ihre Körpertemperatur
stabil zu halten. Deshalb leben die Vampire in Südamerika nahe des Äquators.
Die Fledermausweibchen bringen meist nur ein Junges zur Welt. Die Tragezeit dauert etwa acht Wochen und ist von der Temperatur abhängig. Die in unserem Klima lebenden Fledermäuse sind zu einer Zeit trächtig, in der es auch Nahrung gibt. Ihre Fortpflanzungskolonien entstehen im Mai und die Jungen kommen etwa Mitte Juni zur Welt. In den Tagen nach der Geburt trägt das Muttertier das Junge noch am Körper. Innerhalb von 6-7 Wochen werden die Jungen selbständig, flügge und jagdfähig. Ende Juli, Anfang August zerstreut sich die Kolonie. In dieser Zeit leben die Männchen allein.
In Polen gibt es 406 Vogelarten, darunter 232 Brutvögel. Ein Viertel
der Vögel ist ganzjährig im Lande. Einige nördliche Vogelarten verbringen
hier den Winter. Im Sommer kommen viele Schwäne und Störche hier her.
Zu den häufigsten Vogelarten Polens zählen: Blässhuhn, Doppelhaubentaucher
und Stockente. Unter den Nist- und bleibenden Vögeln, sind 21 Arten europäischer,
14 arktischer und 118 sibirischer Abstammung. Die übrigen Arten stammen
aus dem Süden und verbringen den Winter in Südafrika.
Der Biebrza-Talkessel / Kotlina Biebrzanska ist ein Vogelparadies. Er
gehört mit seiner Natur zu Polens ungewöhnlichsten Regionen, ist das wertvollste
Sumpf- und Torfgebiet und ein wichtiges Vogelbrutgebiet in Europa. Hier
leben 263 Vogelarten, darunter 185 Brutvogelarten. Während der Brutperiode
und in der Zeit der Vogelzüge erscheinen hier Unmengen von Vögeln. Im
Frühling und im Herbst sind es riesige Scharen von Gänsen, Enten, Kranichen,
Kampfläufern und Strandläufern. Ihr lauter Flügelschlag und ihr Geschnatter
sind weit hörbar.
Für Wasser- und Sumpfvögel ist das Biebrza-Tal eine der letzten Zufluchtstätten,
da die Mehrheit der ursprünglichen Sümpfe Europas entwässert wurde. Auch
die Raubvögel scheinen diese Gebiete zu bevorzugen - an der Biebrza gibt
es mit 25 Arten europaweit die meisten Raubvögel. Zahlreich vertreten
sind auch Vögel, die für die Tundra und Taiga typisch sind. Hier verläuft
ihre südliche bzw. westliche Lebensraumgrenze, sie bilden hier Inselpopulationen
außerhalb ihres ursprünglichen Lebensraumes.
Von den 56 in Polen vom Aussterben bedrohten Vogelarten sind 21 an der
Biebrza ansässig. Es sind u. a.: Rohrdommel, Spießente, Breitschnabel-
und Schreiadler, Strandläufer, Doppelschnepfe, Waldstelze, Brachvogel,
Seeschwalbe, Sumpfeule und Blauracke. Die Populationen dieser seltenen
Vogelarten sind mitunter sehr zahlreich, manche gehören sogar zu den größten
in West- und Mitteleuropa. Einige von ihnen, z. B. die aus 2000 Paaren
bestehende Biebrza-Population des Rohrsängers, eines kleinen Singvogels,
gelten weltweit als die größten. An der Biebrza gibt es 300 Nester des
Kampfläufers, im übrigen Mitteleuropa dagegen nur 140. In Mitteleuropa
wurden keine Standorte der Doppelschnepfe gefunden - an der Biebrza fand
man hingegen etwa 400 Männchen.
Ein besonderes Ereignis ist die Balz der Doppelschnepfe. Sie beginnt am
Abend und dauert bis in die späte Nacht hinein. Die Doppelschnepfe steigt
auf ein Riedgrasbüschel, steht mehrere Minuten unbeweglich und holt tief
Luft. Dann lässt sie einen Laut los, der kilometerweit hörbar ist. Im
Kulminationsmoment flattert sie mit den Flügeln, und dann erstarrt sie
wieder. Auf diese Weise markiert sie ihr Territorium.
Sehr effektvoll balzt auch der große und relativ seltene Auerhahn, der
vor allem im Solska-Urwald / Puszcza Solska lebt. Er fächert seinen Schwanz
auf und singt ein vierstrophiges Lied. Bei der letzten Strophe, während
des so genannten Schleifens, verliert er für einen Moment seine Sehkraft
und sein Gehör. Jagd, Wilderei und forstwirtschaftliche Tätigkeit haben
den Auerhahnbestand stark verringert. Man schätz ihn auf nur noch einige
Hundert Exemplare. Sie leben vorwiegend in Fichtenwäldern. Das mit ihm
verwandte Haselhuhn lebt hauptsächlich in Gebirgswäldern.
Der Auerhahn lebt u. a. in der Tucheler Heide / Bory Tucholskie. Dort
kommen auch andere seltene Arten wie Schwarzstorch, Birkhahn und Kormoran
vor. Seltene und bedrohte Arten leben auch in der Region Polesie: u. a.
Weihe, Brachvogel, Pfuhlschnepfe, Uferschnepfe, Birkhahn, Sumpfeule und
Kranich. An den Masurischen Seen nisten Graureiher, Graugans, Fischadler
und Mäusebussard. Der See Luknajno im Land der großen Masurischen Seen
ist ein weltweit anerkanntes Biosphärenreservat und gehört zu Europas
größten Brutstätten des Höckerschwans. Immer häufiger begegnet man auch
der Silbermöwe - der größten in Polen nistenden Möwe, deren Flügelspannweite
1,5 m erreicht. Vor 30 Jahren gab es in Polen nur zwei Silbermöwenkolonien.
Gegenwärtig hat sich ihre Zahl und ihr Lebensraum bedeutend vergrößert.
Von großer Bedeutung ist für die Zugvögel auch das Mündungsgebiet der
Warthe in die Oder, das zu einem Reservat gehört und 200 Vogelarten beheimatet.
Die Hälfte von ihnen sind Brutvögel. Hier nisten auch viele Wasservögel
in großen Kolonien. Es gibt hier 12 000 Lachmöwen, 28 000 Blesshühner
und 4000 Stockenten. Besonders groß ist die Kolonie der Kormorane mit
500 Nestern. Es ist ferner der größte mitteleuropäische Lebensraum der
Graugans.
Viele Tiere sind mit Landschaften verbunden, die vom Menschen geschaffen
wurden. Auf Wiesen brüten Vögel und auf den Feldern leben Mäuse, Wühlmäuse
(vor allem Feldmäuse), Hamster und Rebhühner. In Stadt und Land leben
Hausmäuse, Spatzen und der schwalbenähnliche, flinke Mauersegler, der
bis zu 170 km/h fliegen kann. Er gehört nach Taube und Spatz zu den Vögeln,
die am häufigsten in Warschau vorkommen, obwohl er aus Felslandschaften
stammt.
Die Schwalbe baut ihr Nest aus Lehm und Speichel meist unter Hausdächern
auf dem Lande. Die Fensterschwalbe klebt ihren halbrunden Bau an Hauswände
und die Rauchschwalbe nistet dagegen an Wirtschaftsgebäuden wie z. B.
an Ställen. Ihr Nest hat ein sehr breites Einflugloch.
Einige Tierarten sind den Menschen nähergerückt. Typische Waldvögel siedelten
in Städte über: der Star Ende 19., Anfang 20. Jh., die Amsel in der Mitte
des 20. Jh. und noch später kam die Elster. Ähnliches gilt für Ringeltaube,
Turmfalke und Krähe. 1943 erschien in Polen die Türkische Lachtaube, die
seit etwa 1920 aus dem europäischen Teil der Türkei immer mehr nach Nordwesten
vorrückte und sich immer nur in Städten niederließ. In den Stadtparks
haben auch Schwäne ihr Zuhause. Dort kann man immer öfter Waldvögel beobachten
wie Specht, Fliegenschnäpper und Drossel. Selbst die Bachstelze, die an
Berge gewöhnt ist, fühlt sich in Warschau zu Hause - ihre Brutstätte verlegt
er erst, wenn ihr z. B. die Metro-Bauarbeiter zu nahe rücken. Gegenwärtig
erobern Möwen die Städte. Ihre Nester wurden u. a. auf Hausdächern des
Seebads Kołobrzeg / Kolberg und im 18 km von der Ostsee entfernten Slupsk
/ Stolp gesichtet.
Viele Vogelarten hat der Mensch nach Polen gebracht. Amerikanischer Nerz,
Marderhund und Bisamratte sind Flüchtlinge aus Pelztierfarmen, die vor
etwa 75 Jahren aus Tschechien nach Polen kamen. Andere Tierarten wurden
als Jagdtiere eingeführt: Fasan, Mufflon (ein Vorfahre des Schafs, der
in den Sudeten / Sudety und im Heiligkreuzgebirge / Góry Świętokrzyskie
vorkommt), Damhirsche und Ost-Hirsche.
Die großen Flüsse Polens sind stark verschmutzt und bieten Fischen keine
guten Lebensbedingungen. In den kurzen Flüssen in Pomorze / Pommern und
in den Masuren / Mazury sowie in Gebirgsbächen leben Forellen. Zur Laichzeit
verweilen hier Seeforellen - eine "wandernde? Abart des Lachses (auch
Lachsforelle genannt). Wegen dieses Fisches ist der gesamte, über 200
km lange Fluss Drwęca und der ein wenig kürzere Pasłęka zum Naturreservat
erklärt worden. In der durch die Wälder von Pomorze / Pommern fließenden
Drawa laichen Lachse. Dieser Strom gehört zu den reinsten Flüssen des
Landes.
Für die reinen Gewässer sind Ukelei und Plötze typisch. Die Plötze gehört
zu den am häufigsten in Polen vorkommenden Fischarten und tritt mit Ausnahme
steiler Gebirgsbäche überall auf. Häufige anzutreffen sind auch Schleie,
Karpfen, Barsch, Hecht, Aal und Brasse, die meist in flachen und warmen
Flussunterläufen zu finden ist. Der mit dem Barsch verwandte Zander kann
einige Kilogramm schwer werden. Sehr widerstandsfähig sind Karauschen,
seit kurzem gibt es auch wieder Welse, die zu den größten Süßwasserfischen
Europas gehören. Manchmal gelingt es den Anglern, etwa 30 kg schwere Exemplare
zu fangen. In mittleren Flussläufen lebt die Barbe. Sie benötigt sehr
sauberes Wasser und eine schnelle Strömung, daher ist sie in Polen ziemlich
selten. In reinen und tiefen, sauerstoffreichen Seen leben Zander, Renke
und Maräne. Die Renke ernährt sich von Plankton und schwimmt der Ernährung
wegen fast an die Wasseroberfläche. Je nahrungsreicher ein See wird, desto
mehr wird sie von anderen Fischarten verdrängt. In kühlem Wasser der nordöstlichen
Seen fühlen sich Quappe und Schlammspeitzker am wohlsten. Der See Morskie
Oko / Meeresauge ist der einzige See der Tatra, in dem eine natürliche
Fischbrut stattfindet. Hier leben Forellen und früher gab es hier auch
den Dunajec-Lachs, d. h. die nach dem Fluss Dunajec benannte Lachsforelle.
Die Ostsee ist wegen ihres niedrigen Salzgehalts sehr tierarm. Das Wasser
der Ostsee enthält fünfmal weniger Salz als die Nordsee oder der Atlantik.
Daher treten hier keine meerestypischen Tiergruppen wie Stachelhäuter
und Kopffüßer auf. Es gibt hier nur wenige Arten von Schnecken und Muscheln
und nur eine Medusenart. Muscheln und Quallen werden in der Ostsee nur
halb so groß wie in der Nordsee.
Zahlreich vertreten ist ein dem Tausendfüßler ähnelndes Krustentier -
ein Relikt aus der Eiszeit. Die häufigsten Ostseefische sind Hering und
Dorsch. Gefischt wird nach Sprotten, einigen Flunderarten und nach Lachs.
Die Graue Seerobbe, die einst zahlreich an der Zatoka Gdańska / Danziger
Bucht vertreten war, lebt heute nur noch in der nördlichen Ostsee. An
der polnischen Küste erscheinen sporadisch Grau-, Gemeine und Ringelrobbe
sowie der Schweinwal (Tümmler). Wale treten in der Ostsee kaum auf. Nur
sporadisch wurden vereinzelte Exemplare gesichtet. Die Ostsee bietet Walen
zu wenig Nahrung und ist für sie zu flach. Außerdem sind die dänischen
Meeresengen, die in die breiten Ostseegewässer führen, für Wale schwer
passierbar.
Quelle: www.poland.gov.pl