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NATÜRLICHE RESSOURCEN

Polen ist reich an Bodenschätzen, welche es schon seit Jahrhunderten fördert und nutzt. Aber auch die Verwendung von Wind- und Sonnenenergie nimmt dank des ungeheueren technischen Fortschritts systematisch zu. Bis Ende 2003 soll sich die Kapazität polnischer Windkraftanlagen auf 130 MW erhöhen.

Polen steht mit seinen Vorkommen an Stein- und Braunkohle, Kupfer-, Zink- und Bleierzen, sowie an Schwefel, Steinsalz und Baurohstoffen weltweit an vorderer Stelle.

Über 90 % des polnischen Stroms werden in Stein- und Braunkohlekraftwerken erzeugt. Das Land gehört zu den größten Kohleexporteuren der Welt.

 

BERNSTEIN

Bereits in der Antike hatte sich das polnische Gebiet schon wegen seiner Bernstein-Vorkommen einen Namen gemacht. Durch Polen führte die wichtigste Handelsroute von der Adria bis zu der Ostseeküste, wo sich an der Mündung der Wisla /Weichsel/ und im Sambia /Samland/ (heute in Russland) die größten Bernsteinvorkommen befanden. Man nannte es auch das Gold der Ostsee. Bernstein war seinerzeit ein wertvoller Rohstoff, der im Tauschhandel mit den Ländern des Mittelmeerraums eine große Rolle spielte. Am intensivsten wurde der Bernsteinhandel im 2. Jh. betrieben.

Auch heute ist Polen ein wichtiger Bernsteinlieferant. Die Vorräte werden auf 12 000 t geschätzt, vor allem in Mozdzanowo, wo man den meisten Bernstein und das in den unterschiedlichsten Farbtönen finden kann. 60 % davon sind durchsichtig. Bernstein kommt auch an der Verbindungsstelle der Halbinsel Hel /Hela/ mit dem Festland vor, allerdings in 130 m Tiefe. Kürzlich wurden auch in der Lubliner Hochebene interessante Bernsteinvorkommen entdeckt.

Harz von Nadelbäumen

Bernstein ist fossiles Harz von Nadelbäumen aus der Trias. Manchmal sind Insekten und Pflanzenteile eingeschlossen. Seit vorgeschichtlichen Zeiten werden aus Bernstein Schmuck und dekorative Gegenstände gefertigt. Weil er so eigenartig glänzt, hielt man ihn in der Antike für Sonnenstrahlen, die in den Wellen des Meeres erstarrt waren und ans Ufer geschwemmt wurden.

Die Welthauptstadt des Bernsteins ist Gdansk /Danzig/. Man nennt die in der Stadtmitte liegende Mariacka-Straße wegen der vielen Geschäfte und Galerien, die Bernsteinschmuck und -gegenstände anbieten, auch die Straße der Bernstein-Juweliere. In der Danziger Kirche der Sw. Brygidy /Hl. Brigide/ kann man ein imposantes Schmuckstück aus Bernstein bewundern: eine 176 cm hohe, den Baum des Lebens symbolisierende Monstranz. Sie wurde von Danziger Handwerkern zum 2000. Jubiläum des Christentums angefertigt. Ein Kunstwerk von noch größerem Ausmaß wird der Altar dieser Kirche werden. Die Maße sollen die des berühmten Bernsteinzimmers noch übersteigen. Der Altar wird 11 m hoch und 9 m breit werden und aus mehreren Bernsteinschichten bestehen. Die durchschimmernden Sonnenstrahlen werden seine ganze Schönheit zeigen.

 

BERGBAUGESCHICHTE

Die ältesten Spuren des Bergbaus auf dem Gebiet des heutigen Polen stammen aus der Zeit um 3500 v. u. Z., als man Kieselstein für die Werkzeugherstellung abbaute. In Krzemionki Opatowskie kann man eine der am besten erhaltenen vorantiken Gruben der Welt besichtigen, wo 3500-1200 v. u. Z. Kieselstein gefördert wurde. Diese Grube gehört zu den wertvollsten archäologischen Funden Europas. Der Abbau von Eisenerz in der Wyżyna Śląska /Schlesische Hochebene/ und im Góry Świętokrzyskie /Heiligkreuzgebirge/ wurde bereits im 4. Jh. v. u. Z. betrieben. Man förderte Bau- und Keramikrohstoffe in vielen polnischen Gebieten, z. B. Stein- und Tonsorten. Ferner diente der Abbau der Gewinnung von Blei, Kupfer, Silber und Gold in Śląsk /Schlesien/ und Małopolska /Kleinpolen/.

Im Mittelalter war die Steinsalz-Förderung in den Krakauer Salzbergwerken in Bochnia und Wieliczka von großer Bedeutung, welche den polnischen Königen gehörten. Als die Piasten und später die Jagiellonen herrschten, erwirtschaftete man ein Drittel der Staatseinnahmen aus dem Salzverkauf. Die Salzbergwerke unterhielten u. a. den königlichen Hof, die Burgen entlang der Handelsrouten, das Heer sowie die 1364 von König Kazimierz Wielki /Kasimir dem Großen/ gegründete Akademia Krakowska /Krakauer Akademie/ (die heutige Jagiellonen-Universität).

So entstand im damaligen Polen der Bergmannberuf. Seit dem 15. Jh. haben sich Bergleute zu Knappschaften zusammengeschlossen, die auf Grundlage einer königlichen Genehmigung Erz abbauten. Die Erzförderung hat den Bergbau bis zum 17. Jh. dominiert.

Seit dem 18. Jh. überwog der Steinkohlebergbau. Die Steinkohlebecken Dombrau, Oberschlesien und Krakau wurden zu großen Industrieregionen. In Ost-Galizien hat sich hingegen in der Region um Jasło, Krosno und Borysław die Erdöl-Förderung entwickelt. Eine Weltneuheit war die Erdgas-Förderung auf dem Gebiet des östlichen Karpatenvorlandes, kurz nach 1918. 1919 wurde in Krakau eine Bergbauakademie gegründet, um Ingenieure für die Wirtschaft auszubilden.

Als Folge der Grenzverschiebungen nach dem Zweiten Weltkrieg hat Polen die meisten seiner Erdöl- und Erdgasvorkommen verloren und dafür große Steinkohlevorkommen in Górny Śląsk /Oberschlesien/ und Dolny Śląsk /Niederschlesien/ bekommen. In den 70er und 80er Jahren wurde Polen zu einer Weltmacht in der Steinkohleförderung. 1979 wurde eine Rekordmenge von 201 Mio. t gefördert. Die Steinkohle wurde zur Hauptquelle für Energie und harte Devisen im Außenhandel. Man nannte sie auch "Schwarzes Gold". Bis Ende der 80er Jahre wurde die Steinkohleindustrie in Polen als "Industrie der Nation" gesehen, und die Bergleute genossen sehr großes Ansehen.

 

STEIN- UND BRAUNKOHLE

Die bilanzierten Vorkommen an Steinkohle werden in Polen auf 45,4 Mrd. t geschätzt. Bei der gegenwärtigen Jahresproduktion auf einem Niveau von 102 Mio. t (2000) könnten diese Vorkommen den einheimischen Bedarf an diesem Energieträger für 500 Jahre decken. Das ist ungefähr das Doppelte der durchschnittlichen Indizes der Welt. Die Vorkommen reichen jedoch viel länger, da die Steinkohle in der polnischen Wirtschaft immer mehr vom umweltfreundlicheren Erdgas verdrängt wird. So wird das Niveau der Steinkohleförderung bis 2020 auf 82 Mio. t zurückgehen, und 2050 soll sie lediglich 40 Mio. t erreichen.

Die polnischen Steinkohlevorkommen lagern in drei Fördergebieten aus dem Oberkarbon. Von den 130 Lagerstätten mit 16,6 Mrd. t Kohle werden 47 bewirtschaftet. Die meiste Steinkohle findet man in der Wyżyna Śląska /Schlesische Hochebene/ im Oberschlesischen Steinkohlebecken, einem der größten Steinkohleabbaugebiete der Welt. Auf 4500 qkm wurden 108 Vorkommen lokalisiert. Die wertvollste Kohle mit hohem Heizwert liegt im Westen und Norden dieses Gebietes. Steinkohle wird gegenwärtig in 41 Bergwerken gefördert. Bisher haben die Bergleute in Schlesien 9 Mrd. t abgebaut.

Steinkohle findet man ebenfalls in der Wyżyna Lubelska /Lubliner Hochebene/ (elf Vorkommen) nahe der Ortschaft Bogdanka (Lubliner Steinkohlebecken). Die kohlehaltigen Schichten umfassen einen weiten Streifen von der polnisch-ukrainischen Grenze bis Radzyn Podlaski. Im Lubliner Steinkohlebecken ist derzeit nur das Bergwerk "Bogdanka" in Betrieb. Es ist das modernste und ertragreichste in Polen: 2000 wurden hier 4,25 Mio. t Steinkohle gefördert.

Auch Dolny Śląsk /Niederschlesien/ ist reich an Steinkohle, vor allem in der Gegend um Wałbrzych /Waldenburg/ und Kamienna Góra /Landeshut/, wo das Niederschlesische Steinkohlebecken liegt. Wegen der sehr schweren geologischen und bergbautechnischen Bedingungen sowie der damit verbundenen Unrentabilität wurde der Abbau in diesem Gebiet eingestellt. Das letzte Bergwerk wurde 2000 geschlossen.

Braunkohle und Steinkohle sind die wichtigsten Energiequellen Polens. Die Braunkohlevorräte werden auf 14 Mrd. Tonnen geschätzt. Die Vorkommen bilden acht Gebiete, die wichtigsten von ihnen sind in Zentralpolen (Koniń, Bełchatów und Wielkopolski) und im Westen (Westliches Bergbaugebiet in der Umgebung von Turoszów, auf der polnischen Seite der Grenze entlang der Nysa /Neiße/). Mit Beginn des Braunkohleabbaus in den 50er Jahren entwickelte sich eine Braunkohleindustrie. Heute ist Polen weltweit der sechstgrößte Braunkohleförderer. In Polen wurden 78 Vorkommen entdeckt, von denen zwölf bewirtschaftet werden. Die Vorräte in den derzeit genutzten Lagerstätten betragen 2,1 Mrd. Tonnen.

Braunkohle wird fast nur zur Energiegewinnung verwendet. 98 % davon werden an Großkraftwerke geliefert. Die Bergwerke befinden sich in ihrer unmittelbarer Nähe und bilden meist ein Wirtschaftssubjekt mit ihnen. In der Woiwodschaft Łódź liegt Polens größtes Kraftwerk Bełchatów. Einst wurde in seiner Nähe ein 127 m dickes Kohleflöz entdeckt. 1980 wurde die erste Tonne gefördert und 1981 ging es erstmals ans Netz. Heute werden hier jährlich 27-28 TWh Strom erzeugt. Bełchatów deckt 20 % der Landesproduktion. Es gibt bereits sechs von geplanten acht Entschwefelungsanlagen.

Das Bergbaugebiet um Bełchatów ist das jüngste und gleichzeitig das größte der gegenwärtig aktiven polnischen Braunkohleabbaugebiete. In der 1960 entdeckten Lagerstätte Bełchatów gibt es 2 Mrd. t Kohle, die sich auf drei Untergebiete verteilt: Bełchatów, Szczerców und Kamieńsk. Auf der Basis dieser Vorräte wurde 1981 ein neuer Tagebau eröffnet, der das Kraftwerk beliefert. Der Tagebau ist einer der größten und modernsten der Welt. Die Kohle wird aus 100 bis 230 m Tiefe gefördert. Die Jahresfördermenge beträgt derzeit 35 Mio. t und wird dem Bedarf des Kraftwerks angepasst. Im Winter erreicht die Fördermenge 140 000 t pro Tag. Das Abbaugebiet Bełchatów misst 3200 ha und wird bis zum Jahre 2017 ausgeschöpft sein. Seit 2002 wird das Untergebiet Szczerców erschlossen, um bei ähnlichen bergbaulichen Bedingungen die Kraftwerke Bełchatów und Bełchatów II (Neubau) zu beliefern. Die Vorräte in diesem Untergebiet reichen bis etwa 2025.

Braunkohle ist der billigste Rohstoff für die Stromerzeugung. In Polen ist sie für die Verstromung dreimal billiger als Steinkohle, sechsmal billiger als Erdgas und achtmal billiger als Heizöl. Ihr Abbau ist jedoch ein starker Eingriff in die Natur, der die Landschaft auf riesigen Flächen zerstört und das Wassersystem unter der Erde durcheinander bringt. Dazu kommen Abgase und Lärmbelästigung.

 

ERDÖL UND ERDGAS

In Polen werden beträchtliche Gasvorkommen vermutet. Polnische Geologen, Geophysiker und Bohrfachleute wollen mit einer erstklassigen Ausrüstung und modernen Methoden wie z. B. der 3D-Seismik in Gebieten fündig werden, von denen man bisher dachte, dass sie arm an Kohlewasserstoffen sind. Man rechnet gerade in Polen mit größeren Gasvorkommen.

Die polnischen Erdölvorkommen waren bereits im 13. Jh. bekannt. Sie lagen vor allem in einem breiten Streifen des Karpatenvorlandes, entlang der nördlichen Hochebenen der Karpaten, in Sandsteinbrüchen, an Ufern der Bäche und an der Oberfläche von Wasserbecken. Im 19. Jh. waren die manuell erschlossenen Brunnen, aus denen "Steinöl" – wie Erdöl damals genannt wurde – geschöpft wurde, ein häufiger Anblick in vielen Gegenden von Podkarpacie. Das Öl wurde zum Schmieren der Wagenräder und als Arznei für das Vieh verwendet. Im Jahre 1854 wurde in Bóbrka bei Krosno von Ignacy Lukasiewicz die erste Erdölgrube der Welt eröffnet.

Vorkommen von Erdöl und Erdgas wurden in folgenden Gegenden entdeckt: Karpaten und Przedgorze Karpat /Karpatenvorland/, Zapadlisko Przedkarpackie /Vorkarpatensenke/, Monoklina Przedsudecka /Vorsudetische Platte/ und Pomorze /Pommern/. Derzeit sind 92 Vorkommen mit 13,7 Mio. t Erdöl bekannt. Im Jahre 2000 wurden 350 000 t Erdöl gefördert, davon 64 000 t im Süden des Landes und 279 000 t in der Niż Polski /Polnische Tiefebene/. Diese Menge befriedigt die Nachfrage des Landes keinesfalls – Polen verbraucht jährlich 18 Mio. t Erdöl und 11 Mrd. Kubikmeter Erdgas.

Seit 1981 sucht man am Ostsee-Schelf. 80 km von Kap Rożewie entfernt hat die Gesellschaft Petrobaltic, die über eine Schürfkonzession für eine Fläche von 8600 qkm verfügt, das Vorkommen B 3 entdeckt, wo gegenwärtig Öl gefördert wird. In Kürze wird auch B 8 erschlossen. Die Lagerstätten 1400 m tief unter dem Ostseeboden werden auf 20 Mio. t geschätzt. Es ist hochwertiges, fast schwefelfreies Erdöl. Die Ostsee-Förderung macht ungefähr die Hälfte der heimischen Erdölgewinnung aus.

In der Ostsee lagert neben Erdöl auch Erdgas. Auf einen Kubikmeter Ostsee-Erdöl fallen 85 cbm Erdgas. Bisher wurden vier Gas-Kondensatvorkommen mit 10 Mrd. cbm Erdgas entdeckt. Von hier aus wird ein Gaskraftwerk in Żarnowiec bei Danzig beliefert. Das Gas vom Feld B 3, das bisher als Abfallprodukt mit einer so genannten Fackel verbrannt wurde, wird bald über eine 82 km lange Unterseepipeline und über Land bis zu dem bekannten Kurort und wichtigen Fischereihafen Władysławowo befördert, wo es in einem Heizkraftwerk genutzt wird.

Die zahlreichen Vorkommen in den Karpaten sind nach jahrelanger Förderung allmählich erschöpft. Viele Förderstellen sind bereits geschlossen. Die größten Vorräte gibt es jetzt in der in der Polnischen Tiefebene /Niż Polski/. Ihr Anteil ist im Vergleich zu anderen Landesteilen beträchtlich gewachsen, weil 1996 in dieser Ebene das Vorkommen Barnówko-Mostno-Buszewo (BMB) bei Gorzów Wielkopolski dokumentiert wurde. Nach dem jetzigen Wissensstand ist dies das größte polnische Vorkommen, dessen Lagerstätten auf 11 Mio. t Erdöl und 4,5 Mrd. cbm Erdgas geschätzt werden, wobei die Schätzungen auf Hochoktangas umgerechnet sind. Das Erdgas der Polnischen Tiefebene tritt meist in Perm- und Karbon-Schichten auf und enthält sehr viel Stickstoff. Das Erdgas der Karpaten und des Karpatenvorlandes kommt im Gestein von Jura, Kreide und Trias vor und ist ein hochwertiges Gas, das viel Methan und wenig Schwefel enthält.

In Polen wurden 242 Erdgasvorkommen dokumentiert. Hier seien drei der größten genannt: Przemyśl im Karpatenvorland, von denen 21 Mrd. cbm förderbar sind, Kościan (südwestlich von Poznań /Posen/) mit 10,4 Mrd. cbm, das erst seit 1999 gewonnen wird, sowie das BMB-Vorkommen. Im Ranking der polnischen Erdöl-Vorkommen sind BMB und Cychry führend. Sie liegen ebenfalls in der Polnischen Tiefebene.

Im Jahre 2000 wurde mit dem Vorkommen in Międzychodzie in der Puszcza Notecka /Notec-Heide/eine vielversprechende Entdeckung gemacht. Es ist beinahe sicher, dass die hiesigen Vorräte mit denen von BMB vergleichbar sind. Womöglich sind sie sogar noch größer. Interessante Funde wurden auch im südöstlichen Teil Polens, im Przedgorze Karpat /Karpatenvorland/, zwischen Rzeszów, Przemyśl, Lubaczów und Tarnogród gemacht.

Das Schürfen (Erkundung) und die Förderung der Erdöl- und Erdgasvorkommen wird in Polen auf der Grundlage von Konzessionen durchgeführt, die das Umweltministerium erteilt. Die Polnische Öl und Gas AG (Polskie Gornictwo Naftowe i Gazownictwo S.A.) hat über 97 Konzessionen für Gebiete mit 51 500 qkm Gesamtfläche. Es sind die in Bezug auf ihre Vorkommen am besten erkundete Gebiete. Diese Tätigkeit wird in Polen auch von ausländischen Erdölunternehmen betrieben, denen 120 Konzessionen erteilt wurden. Die größte Anzahl der Konzessionen (59 Konzessionsblöcke) wurde an Firmen vergeben, die mit Beteiligung von Apache Corporation und FX Energy gegründet wurden. Die Aktiengesellschaft Wielkopolska Energia S.A., bei der El Paso Energy und Texaco Anteilseigner sind, hat 16 Konzessionen. Eigene Konzessionsgebiete haben auch CalEnergy Gas Polska und RWE-DEA Polska Oil. Am aktivsten sind jedoch die Amerikaner auf der Suche nach Kohlenwasserstoffen. Apache Poland verfügt über das größte Konzessionsgebiet im Vergleich zu den anderen ausländischen Firmen und über die größte Seismik-Datenbank. Ihre erste Entdeckung war das Erdgasvorkommen Wilga in Zentralpolen (2000), dessen Vorräte auf 1 Mrd. cbm geschätzt werden.

 

METALLROHSTOFFE, CHEMISCHE ROHSTOFFE
      UND GESTEINE

Unter den in Polen auftretenden Metallrohstoffen spielen Kupfer- Zink- und Bleierze die größte Rolle. Hinsichtlich der Kupferproduktion liegt Polen im Weltvergleich weit vorn.

Als Kupferquellen gelten vor allem Sulfid-Erze aus den umfangreichen Zechsteinvorkommen. Sie treten in zwei geologischen Einheiten von Dolny Śląsk /Niederschlesien/ auf: im Niecka Połnocnosudecka /Nordsudetisches Becken/ und auf der Monoklina Przedsudecka /Vorsudetische Platte/, auf der u. a. auch Silber, Gold, Blei, Selen und Nickel gewonnen werden.

Bisher wurden 2,5 Mrd. t Erz erkundet, davon 49 Mio. t an metallischem Kupfer. 1998 wurde in Glogów Głeboki in 1400 m Tiefe ein Vorkommen entdeckt, wodurch sich die geschätzte Summe aller Vorkommen um 14 % erhöhte. Die im Abbau befindlichen Vorkommen: Lubin, Polkowice, Rudna und Sieroszowice betragen 1,5 Mrd. t Erz, davon sind 30 Mio. t metallisches Kupfer.

Kupfererz wird ausschließlich in den Gruben des Kupferbeckens Legnica – Głogów gefördert. Sie gehören dem Unternehmen KGHM Polska Miedź S. A., das als einziges in Polen Kupfer aus Erz gewinnt. Im Jahr 2000 wurden dort 27 Mio. t Erz gefördert, woraus man 480 000 t Kupfer herstellte.

Zink- und Bleierze findet man dagegen in Małopolska /Kleinpolen/, in der Umgebung von Olkusz. Es ist eine der ältesten Bergbau-Städte Polens, die sich dank ihrer Blei- und Silbererzvorkommen entwickelte und dafür im 16. Jh. sehr bekannt war. Weitere Lagerstätten sind bei Bolesław und Chrzanów.

Bisher wurden 2,5 Mrd. t Erz erkundet, davon 49 Mio. t an metallischem Kupfer. 1998 wurde in Glogów Głeboki in 1400 m Tiefe ein Vorkommen entdeckt, wodurch sich die geschätzte Summe aller Vorkommen um 14 % erhöhte. Die im Abbau befindlichen Vorkommen: Lubin, Polkowice, Rudna und Sieroszowice betragen 1,5 Mrd. t Erz, davon sind 30 Mio. t metallisches Kupfer. Kupfererz wird ausschließlich in den Gruben des Kupferbeckens Legnica – Głogów gefördert. Sie gehören dem Unternehmen KGHM Polska Miedź S. A., das als einziges in Polen Kupfer aus Erz gewinnt. Im Jahr 2000 wurden dort 27 Mio. t Erz gefördert, woraus man 480 000 t Kupfer herstellte. Zink- und Bleierze findet man dagegen in Małopolska /Kleinpolen/, in der Umgebung von Olkusz. Es ist eine der ältesten Bergbau-Städte Polens, die sich dank ihrer Blei- und Silbererzvorkommen entwickelte und dafür im 16. Jh. sehr bekannt war. Weitere Lagerstätten sind bei Bolesław und Chrzanów.


SCHWEFEL

Polen verfügt ferner über große Vorkommen an Naturschwefel und gehört zu den größten Schwefelexporteuren. Die Vorkommen sind in drei Gebieten der Zapadlisko Przedkarpackie /Vorkarpatensenke/: in der Umgebung von Staszów, Tarnobrzeg und Lubaczów, und gehören mit 504 Mio. t weltweit zu den größten. In den letzten Jahren wurde die Schwefel-Förderung stark verringert, 2000 waren es 1,4 Mio. t, von denen über 50 % exportiert wurden. Der Rückgang der Fördermenge hängt mit dem Umweltschutz zusammen, da Schwefel aus Erdöl, Erdgas und aus Abgasen der Hütten wiedergewonnen werden muss, die schwefelhaltige Erze oder Konzentrate verarbeiten.


STEINSALZ

Ein wichtiger Bodenschatz ist Steinsalz, von dem Polen 80 Mrd. t hat. Besonders reiche Vorräte findet man in der Region Kujawy (52 Mrd. t) sowie in Pomorze /Pommern/ und Monoklina Przedsudecka /Vorsudetische Platte/, wo das Sieroszowice-Steinsalz von dem Bergbauunternehmen der KGHM Polska Miedź S. A. gefördert wird. Industrieller Steinsalzabbau wird gegenwärtig nur in der Grube Klodawa, Region Kujawy, betrieben. In den historischen Gruben von Bochnia und Wieliczka, der Wiege des polnischen Salzbergbaus, wird kein Steinsalz mehr abgebaut. Die Produktion wird lediglich wegen der Erhaltung und Sicherung der unter Denkmalschutz stehenden Grubenbauten fortgesetzt.

In Polen werden jährlich 3,2 Mio t Salz gefördert, wobei der Grundrohstoff Salzlake ist (70 % des Gesamtvorkommens). Reiche Salzlakevorkommen befinden sich in dem berühmtesten polnischen Kurort Ciechocinek. Den Geruch von Salz spürt man bereits in größerer Entfernung von den hölzernen Rieselkühlern. Die salzhaltige Luft mit hohem Jodgehalt erinnert an die Ostsee, die von hier 200 km entfernt ist. Der Ort war bereits im Mittelalter für seine unterirdischen Solequellen bekannt. 1235 hat der Fürst Konrad Mazowiecki /von Masowien/ dem Deutschen Ritterorden das Recht zum Salzsieden verliehen, wofür er jährlich 20 Fässer erhalten sollte. Die Deutschen Ordensritter haben in Ciechocinek zwei Salzsiedereien gebaut, die bis zum Ende des 18. Jh. in Betrieb waren. In den Jahren 1824-33 entstanden die zwei ersten Gradierwerke. 1859 wurde das dritte erbaut, das zu einem Salz produzierenden Industriebetrieb wurde. Eine große Saline wurde Mitte des 19. Jh. errichtet, damals war es der weltweit größte Betrieb dieser Art. Die Produktionsmethoden der Salzgewinnung in Ciechocinek haben sich seit 120 Jahren nicht verändert.


GESTEIN

Auf dem gesamten Gebiet Polens findet man viel Gestein, das vor allem zu Baumaterial verarbeitet wird. Besonders reiche Vorkommen sind in Górny Śląsk /Oberschlesien/ und Dolny Śląsk /Niederschlesien/, am Rande des Heiligkreuzgebirges /Góry Świętokrzyskie/ und auf der Wyżyna Lubelska /Lubliner Hochebene/. Von größter Bedeutung sind Karbonatgesteine: Kalkstein, Mergel, Dolomit sowie natürliches Füllmaterial für den Straßen- und Autobahnbau.

Kronleuchter aus Salz

Die berühmte Salzgrube von Wieliczka wurde in der Unesco-Liste des Weltkulturerbes erfasst. Mit Arbeitskleidung, Schutzhelmen und Lampen ausgestattet wandern die Besucher durch die Grube bis zu den berühmten Kristallhöhlen. Man könnte annehmen, dass die seit dem 13 Jh. bestehende Grube keine Geheimnisse mehr birgt, jedoch wurde Anfang 2000 per Zufall eine neue Kristallhöhle entdeckt. Das war eine Sensation, denn in ihrem Inneren befinden sich wunderschöne große Salzkristalle. Bald wird es einen ungewöhnlichen, virtuellen Rundgang durch diese Höhe geben. Übrigens wurde das größte Salzkristall der Welt in Wieliczka geborgen. Es befindet sich im Naturwissenschaftlichen Museum in Wien.

 

ERNEUERBARE ENERGIEN

Polens Thermalquellen gehören zu den größten Europas. Man findet sie auf 1/3 der Landesfläche. Sie enthalten so viel Energie wie 3,5 Mrd. t Erdöl. Man könnte mit ihnen 30 000 Haushalte beheizen.

In Polen arbeiten nur wenige größere geothermische Heizwerke. Das erste von ihnen wurde 1997 in Pyrzyce (13 500 Einwohner) in der Nähe von Szczecin /Stettin/ in Betrieb genommen. Das Thermalwasser mit einer Temperatur von 64°C wird aus 1700 m Tiefe gefördert. Zuvor hatten in Pyrzyce 68 Kohleheizwerke jährlich 60 000 t Kohlendioxid ausgestoßen. Das größte Unterfangen in Polen zur Nutzung von Thermalquellen ist der Bau eines Heizkraftwerkes im Podhale /Tatravorland/. Ein geothermisches Heizwerk wurde bereits in der Nähe der Tatra in Bańska Wyżna errichtet. Das 90°C heiße Thermalwasser wird durch vier Bohrungen aus einer Tiefe von 3000 m gefördert. Gegenwärtig nutzen drei Ortschaften im Tatravorland Erdwärme, darunter seit 2001 auch die Hauptstadt dieser Region: Zakopane. Ab 2005 wird man damit das ganz Tatravorland beheizen.

Heiße Quellen

Die Thermalquellen der Tatra waren bereits im 19. Jh. gut bekannt. Dort, wo das heiße Wasser an die Erdoberfläche trat, versammelten sich die Feuersalamander, die von den Bergbewohnern auch Saurier genannt wurden. Die bekannteste heiße Quelle heißt Jaszczurowka wie ein Wohnbezirk von Zakopane. Sie wurde in ein Thermal-Schwimmbad umgebaut und wird seit Jahren für Erholungs- und Heilzwecke genutzt. Bei vielen Menschen regt das Thermalwasser den Stoffwechsel an.

Bei einer Niederschlagsmenge von durchschnittlich 500 mm (in der Tatra 1700 mm) bietet sich in Polen auch die Nutzung der Wasserkraft an. Im 20. Jh. wurden 500 große, mittlere und kleine Einrichtungen gebaut, die Wasserkraft auf Mühlen, Sägewerke und Ölförderanlagen übertragen. Nach 1945 hat der Bau von großen Kohlkraftwerken die Nutzung der Wasserkraft in den Schatten gestellt. Derzeit wird viel dafür getan, den Anteil der Wasserkraft an Polens Energiebilanz zu erhöhen. Das energetische Potential der polnischen Flüsse konzentriert sich vor allem auf Weichsel (80 %) und Oder (10 %). Der Nutzungsgrad dieser Ressourcen beträgt gegenwärtig nur 15 %. In Polen arbeiten 128 größere und 360 kleinere Wasserkraftwerke.


WINDKRAFTWERKE

Ein Drittel der Landesfläche eignet sich gut für Windkraftwerke. Die stärksten Winde gibt es in folgenden Gebieten:

  • entlang der Ostsee, von Świnoujscie /Swinemünde/ bis Gdańsk /Danzig/ mit einem Maximum nahe dem Kap Rożewie
  • in der Region Suwałki, Nordwestpolen
  • in Wielkopolska /Großpolen/
  • in Mazowsze /Masowien/

In Polen gibt es 45 moderne Windkraftwerke, die mit 60 Megawatt Gesamtleistung an das Stromnetz angeschlossen sind, und einige Dutzend kleinere Windkraftwerke (Stand: Februar 2003). Die durch Windkraftwerke gewonnene elektrische Energie macht 0,002 % des in Polen erzeugten Stroms aus. Im Februar 2003 wurde in Zgorze (Westpommern) Polens größter Windkraftpark eröffnet. 15 Windräder mit je 2 MW Leistung werden jährlich 700 000 MWh ins Netz speisen, womit sich 25 000 Haushalte versorgen lassen. Mit 130 Mio. Zloty ist das die größte Investition in Westpommern in den letzten Jahren. Der von dem polnisch-deutschen Unternehmen Wind-pol bei Słupsk geplante Windpark wird 52 Kraftwerke mit je 2 MW Leistung haben. Anfang 2003 hatten die erneuerbaren Energien (Sonnenenergie, Wind- und Wasserkraft) 2 % Anteil am Gesamtenergiehaushalt des Landes. Bis 2010 soll dieser Wert auf 7 % gesteigert werden.

Polen verfügt über ein relativ großes Potential in Bezug auf Biomasse aus Abfällen, die für verheizt werden kann. Außerdem erlaubt das Klima in Polen die Nutzung der Energie von Sonnenstrahlen durch Sonnenkollektoren. In Polen kann man von 1 qm Kollektorfläche jährlich 300-500 kWh Energie gewinnen, was 70-100 kg Kohle entspricht.

Der Anteil von erneuerbaren Ressourcen ist in der polnischen Wirtschaft zwar gering, er ist wie in anderen europäischen Ländern jedoch durchaus zu steigern.

Quelle: www.poland.gov.pl

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