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SCHLESIEN (ŚLĄSK)

Slask ist eine historisch-ethnographisches Landschaft in Südwestpolen, im Zuflussgebiet der oberen und mittleren Odra und teilweise der oberen Wisla /Weichsel/.

Slask ist in zwei Regionen unterteilt – in Dolny und Gorny /Nieder- und Oberschlesien/. Slask macht 1/8 der Gesamtoberfläche des Landes aus. Hier leben 25% der Gesamtbevölkerung Polens. Jahrhunderte lang waren diese Gebiete ein Streitgegenstand zwischen den Polen und den Deutschen. Nachdem Deutschland den 2. Weltkrieg verloren hatte, ging Slask in seiner Gesamtheit an Polen über. Die deutsche Bevölkerung wurde ausgesiedelt, ihre Stelle nahmen die aus den von Polen verlorenen Ostgebieten kommenden Menschen ein. Die Region machte in den nachfolgenden Jahren eine schwere Zeit durch – die neuen Bewohner fühlten sich hier jahrelang fremd und „vorübergehend“ wohnhaft. Die Natur Schlesiens ist durch die explosionsartige Entwicklung der Schwerindustrie in bedeutendem Maße verseucht worden.

Die touristische Infrastruktur wird immer besser und in den Grenzgebieten werden die einstigen deutsch-polnischen Verbindungen wieder angeknüpft.
Trotz der hohen Bevölkerungsdichte und der starken Industrialisierung, gibt es hier auch Gegenden, in denen die Natur wertvoll ist und unberührt blieb. Auf Menschen, die Berge lieben, warten Sudety (Sudeten) und Beskid Slaski (Schlesische Beskiden). Diejenigen, die Wälder mögen, finden Ruhe und Stille in den Tiefen der Niederschlesischen Wälder – Bory Dolnoslaskie. Amateure historischer Sehenswürdigkeiten werden von den alten, historischen Städtchen und Städten mit Wroclaw/Breslau und Klodzko an der Spitze unvergessliche Eindrücke mitnehmen. Die Strassen sind hier gut, das Verkehrsnetz ausgebaut und das Niveau der touristischen Infrastruktur zufriedenstellend.


Wissenswertes:

Adam Malysz, der in der Geschichte Polens meist preisgekrönte polnische Skispringer wurde 1977 in Slask /Schlesien/, in Wisla geboren. 2001war er Weltpokalsieger, gewann das Vierschanzenturnier und die Goldmedaille bei den Weltmeisterschaften. 2002 erkämpfte er bei den Olympiaspielen in Salt Lake City eine Silber- und eine Goldmedaille.  

 

Die Natur

Trotz der starken Industrialisierung der Region sind in der schlesischen Naturwelt viele sehr wertvolle Gebiete erhalten geblieben. Zu solchen Gebieten gehören mit Sicherheit die Bory Dolnoslaskie.

Der größte polnische zusammenhängender Waldkomplex (1500 km2), einer der größten in Mitteleuropa wird durch postglaziale Hügel und zahlreiche Flusstäler durchbrochen. Hier wächst auch eine der mächtigsten und ältesten polnischen Eichen – Chrobry (mit 10 m Umfang bei etwa 750 Jahren). Durch die Wälder führt ein dichtes Netz von touristischen Wanderrouten.

Die größte Attraktion für Naturliebhaber und Abenteuerlustige ist in Schlesien jedoch das Gebirge. Beskid Slaski erfreut sich einer sehr großer Popularität. Hier hat auch der größte polnische Fluss, die Wisla, ihren Ursprung. Auf die Wanderer warten zahlreiche Bergrouten und attraktiv gelegene Herbergen, auf die Skifahrer – die besten Skilifte und Skipisten des Landes. In den Tälern liegen modische Kurorte, wie Wisla, Ustron oder Szczyrk.

Aus der Sicht des Tourismus sind die Sudety noch besser bewirtschaftet. Sie setzten sich aus mehreren Gebirgsketten zusammen, von denen Karkonosze /das Riesengebirge/ und Gory Stolowe /das Heuscheuergebirge/ am interessantesten sind. Während der Wanderungen kann man die hier lebenden Mufflons beobachten und wertvolle Mineralien finden, die einst den Reichtum dieses Gebirges ausmachten (im Mittelalter wurden die Sudeten als die „Schatzkammer Europas” bezeichnet). In einigen Regionen soll man angeblich noch heute Gold finden können..


Góry Stolowe /Heuscheuergebirge/
Foto: P. Fabijanski
www.poland.gov.pl

Das Karkonosze ist die höchste Berggruppe der Sudeten (höchster Gipfel – Sniezka /Schneekoppe/, 1602 m ü.d.M.). Das Riesengebirge ist jedoch leicht zu erklimmen, was übrigens für alle Gebirgsketten der Sudeten charakteristisch ist. Die Aufgänge sind nicht sehr steil und erschöpfend, die Routen sicher und gut ausgeschildert. Der im Riesengebirge befindliche Nationalpark bietet zahlreiche natürliche Attraktionen, u.a. interessante Wasserfälle z.B. Wodospad Kamienczyka und Sniezne Kotly /Schneekessel/ – durch Gletscher geformte Abhänge, Bergzacken und Abgründe.
Das Heuscheurgebirge sind viel niedriger als das Riesengebirge, daher um so leichter zu erklimmen. Es sind sehr spezifische Plattenberge, die aus mürben, etageweise aufeinanderliegenden Sandsteinschichten – aus ausgewölbten ehemaligen Meeresgrund – bestehen. Während der Millionen Jahre langen Erosionseinflüsse ist aus diesen Sandschichten eine unvergessliche, märchenhafte Landschaft entstanden. Die Gipfel, die Berghänge und die Wälder sind voller Felsen in Form von Keulen, Pilzen, Felszinnen, Toren, die in den höchsten Bergpartien echte Felsenlabyrinthe bilden. Um die unikalen Felsenformen zu schützen, entstand hier ein Nationalpark. Vor allem lohnt es sich, den höchsten Gipfel Szczeliniec Wielki (919 m ü.d.M.) und Bledne Skaly /die Irrfelsen/, ein Felsenlabyrinth mit einer Oberfläche von 20 ha, zu erklimmen.

Wissenswertes

Die in der 2. Hälfte des 19. Jh. erschienene Ansichtkarte mit der Zeichnung des Berges Sniezka /Schneekoppe/ war die erste Ansichtskarte der Welt.

 

Städte und Orte

Die größte und interessanteste Stadt der Region ist Wroclaw /Breslau/ in Niederschlesien. Neben Krakow/Krakau und Gdansk /Danzig/ gehört sie zu den schönsten, unbedingt zu besichtigenden Städten Polens. Die Stadt ist gleichzeitig ein großes Handels-, Industrie-, Wissenschafts- und Kulturzentrum. Hier befindet sich die größte Ansammlung der sakralen Architektur des mittelalterlichen Polens. In den letzten Jahren wurde die Altstadt von Wroclaw gründlich restauriert und saniert, so dass sie jetzt den anderen europäischen Großstädten in ihrer Schönheit in nichts nicht nachsteht. Es ist sehr schnell gelungen, das historische Zentrum Wroclaws und insbesondere den schönen Markt mit Leben zu füllen und zu einem weltweit attraktiven Ort zu machen.


Wroclaw (Breslau). Foto: A Olej/K. Kobus, www.poland.gov.pl

Die reizvolle Bebauung, die vielen Cafés, Klubs, Pubs, Restaurants, das Kasino, das Kabarett und sommerliche Freilichtveranstaltungen garantieren den Amateuren städtischer Unterhaltung unvergessliche Erlebnisse. Das sich über den Markt erhebende Rathaus wird als eine der schönsten mittelalterlichen Bauten Europas betrachtet. Wroclaw bemüht sich um die Genehmigung 2010 die EXPO – Weltausstellung organisieren zu können.
Beim Reisen durch Schlesien sollte man Klodzko nicht vergessen. Das inmitten des Klodzko – Tales liegende Städtchen hat eine über 1000-jährige Geschichte. Jahrhunderte lang gingen hier gleichermaßen polnische, tschechische und deutsche Einflüsse ineinander über. Hier siedelten sich Emigranten aus deutschen, tschechischen und flämischen Ländern an, die Vertreter unterschiedlicher Religionen waren. So entstand kosmopolische Architektur, Toleranz und Bewusstsein. Klodzko hat eine sehr schöne Altstadt, die aus historischen Gebäuden, Kirchen, einer gewaltigen Festung und aus einer unterirdischen Wanderroute, die durch die Kellergewölbe der Kaufleute führt, besteht. Beinahe 400 Gebäude stehen auf der Liste der historischen Sehenswürdigkeiten.
Ein interessanter Ort Schlesiens ist auch Gora sw. Anny /Berg der Hl. Anna/, auf dessen Gipfel sich ein Sanktuarium erhebt – ein wertvoller Komplex barocker Sakralbauten, das Ziel zahlreicher Wallfahrten. In einem geschlossenen Basaltsteinbruch befindet sich ein riesiges Amphitheater mit etwa 100 000 Plätzen. Es ist das größte natürliche Amphitheater Europas. Es wurde in den 30er Jahren von den Nazis für ihre Parteitage und als Andenken an die hier während des III. Schlesischen Aufstands gefallenen Deutschen errichtet. Gegenwärtig gehört es zu den europäischen Seltsamkeiten.

Quelle: www.poland.gov.pl