POMMERN (POMORZE)
Pomorze ist ein historisch-ethnographisches Gebiet, das an der Ostsee,
im Norden Polens liegt. Pomorze ist in zwei Teile unterteilt: Pomorze
Zachodnie (mit Szczecin) /Westpommeern mit Stettin/ und Pomorze Wschodnie
(Gdanskie) /Ost- bzw.
Danziger Pommern/. Aus geographischer Sicht umfasst es zwei Landschaftsstreifen
Polens: die Küste und weiter im Inneren des Landes die Seenplatten.
Zu Zeiten des ersten Herrschers des polnischen Staates, Mieszko I (10.
Jh.) gehörte ganz Pommern zu Polen. Im Laufe der nächsten Jahrhunderte
ging es in immer andere Hände über. Unterschiedliche Kulturen –
germanische, slawische, skandinavische beeinflussten einander und vermischten
sich untereinander – was sich in der Kunst und in der Architektur
Pommerns bemerkbar gemacht hat. Herrliche Festungen, die man bis heute
besichtigen und bewundern kann, wurden von den hier einst lebenden Kreuzrittern
errichtet. Seit dem 2. Weltkrieg gehört fast ganz Pommern (mit Ausnahme
des westlichen Grenzteiles) zum Territorium Polens.
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Wissenswertes
An den Ostseestränden kann Bernstein gesammelt
werden. Der Bernstein (das Harz eines Nadelbaumes, der vor 40 Mio.
Jahren existierte) wird nicht nur zur Anfertigung von Ziergegenständen
und Schmuck angewandt. Er weist auch heilende Eigenschaften auf,
die bereits im Altertum hoch geschätzt wurden.
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Bernstein
Foto: www.poland.gov.pl |

Ostsee. Photo: www.poland.gov.pl |
Die polnische Küste gehört zu den schönsten Küsten der Ostsee.
Das Meer, die Sanddünen und die weiten Sandstrände ziehen alljährlich
nicht nur Amateure aktiver Erholung, populärer Kurorte mit herrlichen
Restaurants und lauter Diskotheken an, sondern auch diejenigen,
die schöne historische Städte oder Fischerdörfchen mit wilden, vereinsamten
Stränden lieben. Dies alles kann man nämlich an der Ostsee finden.
Im Süden der Region liegt Pojezierze Pomorskie /die Pommersche Seenplatte/
– ein Land der reinen Seen und dichter Wälder.
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Das Meer, die Strände, die Seen, die Flüsse und die Wälder sind für jedwede
Form des Tourismus geeignet. Überall gibt es Wander- und Radwege, vielerorts
kann man auch reiten. Zahlreiche Erholungszentren, Pensionen, Privatquartiere,
Campingplätze und agrotouristische Bauernhöfe sorgen für eine gut ausgebaute
Übernachtungsbasis.
Die Natur

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Die Ostseeküste ist abwechselnd gestaltet, mal sind die Ufer hoch
(Kliffküste), mal flach (Dünen). Die höchste und malerischste Kliffküste,
die hoch über die See hinausragt befindet sich auf der Insel Wolin
und steht unter Naturschutz des Wolinski Park Narodowy /Nationalpark
der Insel Wolin/. Der Stolz des Parks sind ebenfalls Wisente, die
in einem geschlossenen Naturschutzgebiet gezüchtet werden. Das gleiche
betrifft auch die Seeadler – auf der Insel Wolin nisten 10
Adlerpaare.
Orzel bielik (Seeadler)
Foto: Fot. M. Czasnojc
www.poland.gov.pl
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Wenn man die Insel verlässt und gegen Osten fährt, kommt man in
eine völlig andere Landschaft, die häufig als „polnische Sahara”
bezeichnet wird. Derjenige, der ihren Reiz kennenlernen möchte,
sollte unbedingt den im mittleren Teil der polnischen Küste liegenden
Slowinski Park Narodowy /Slowinski-Nationalpark/ besuchen. Er schützt
das in Mitteleuropa größte Gebiet der Wanderdünen. Die aktivsten
Dünen wandern nach Südosten, etwa 10 km pro Jahr.
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Slowinski-Nationalpark
Foto: www.poland.gov.pl |
Wissenswertes
Während des 2. Weltkrieges fanden auf
den Dünen Übungen des Africa Corps statt, als Vorbereitung zu Kämpfen
in Africa. Die Deutschen richteten hier auch ein Übungsgelände ein, auf
dem sie die ferngesteuerten Raketen V1 i V2 testeten. In der Nähe der
Wanderdünen kann man bis heute die Reste des Übungsgeländes und Raketenabschussrampen
besichtigen.
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Der Wind formt die Dünen zu länglichen Wellen, Grabhügeln, Erhebungen
und konkaven Mulden und Rinnen – es entsteht eine Landschaft,
die der Sahara in nichts nachsteht. Am besten ist es, den Park zu
Fuß oder auf dem Rad zu besichtigen. Die Gesamtlänge der ausgeschilderten
Routen beträgt 140 km. Eine Attraktion des Parks sind außer der
Wanderdünen die großen und flachen Küstenseen. Seiner wertvollen
Natur wegen wurde der Park 1977 auf die UNESCO-Liste der Naturschutzgebiete
der Biosphäre gesetzt.
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Die Tuchler Heide
Foto: www.poland.gov.pl |
Tiefer im Landesinneren beginnen die Seenplatten. Aus touristischer Sicht
ist Pojezierze Kaszubskie /die Kaschubische Seenplatte/, Bory Tucholskie
/die Tuchler Heide/ und Pojezierze Drawskie /die Dramburger Seenplatte/
am interessantesten. Die Kaschubische Seenplatte schließt eine wunderschöne
Landschaft aus Hügeln, Schluchten und Seen ein. Angesichts der interessanten
Landschaftsform wird sie auch als die Kaschubische Schweiz bezeichnet.
Städte und Orte
Die größte und schönste Stadt Pommerns ist Gdansk /Danzig/.
Es lohnt sich wirklich, diese Stadt zu besichtigen. Die Tausende Jahre
alte Stadt hat das landesweit älteste,wunderschöne Zentrum, das von den
berühmtesten europäischen Architekten entworfen, gebaut und geschmückt
worden ist.

Gdańsk (Danzig). Foto: www.poland.gov.pl
Gdansk hat ebenfalls eine spezifische, unwiederholbare Atmosphäre einer
alten Hafenstadt, deren Hafen bereits im 14. Jahrhundert von Schiffe angelaufen
worden ist. Die Stadt rühmt sich auch seiner ungewöhnlichen Marienbasilika,
des größten gotischen Backsteingotteshauses der Welt, und der Kathedrale
im Stadtteil Oliwa mit der berühmten Orgel von unübertrefflichem Klang.

Mole in Sopot
Foto: www.poland.gov.pl |
Zusammen mit den benachbarten Städten, Gdynia und Sopot /Gdingen
und Zoppot/, bildet Gdansk /Danzig/ eine große Agglomeration, die
als Trojmiasto /Dreistadt/ bezeichnet wird.
Vor allem lohnt es sich Sopot /Zoppot/ zu besuchen. Diese Küstenstadt,
die einst als „Riviera des Nordes” bezeichnet worden
ist, hat auch ihre einzigartige Atmosphäre. Hier befindet sich eine
der europaweit längsten und berühmtesten Molen (516 m plus mit einem
100 m langen Abzweig) und die Waldoper, in der alljährlich im August
ein Internationales Liederfestival stattfindet.
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An der Ostsee gibt es zahlreiche, gern besuchte, populäre Kurorte. Der
größten Popularität erfreuen sich Miedzyzdroje /Misdroy/ und Kolobrzeg
/Kolberg/. Das auf der Insel Wolin /Wollin/ liegende Stadt Miedzyzdroje
wird gern von der polnischen creme de la creme besucht. Im Sommer findet
hier ein Filmfestival statt, das sich bereits einen Namen gemacht hat.
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Die meisten Sanatorien und Kurhäuser gibt es in Kolobrzeg, dessen
Solequellen (deren therapeutische Kraft seit dem 7. Jh. genutzt
wird) zur Behandlung von Erkrankungen der Atemwege, der Kreislaufstörungen,
des Rheumatismus, der Stoffwechselstörungen und der Zuckerkrankheit
dienen.
Sehr populär sind die auf der Halbinsel Hel gelegenen Kurorte. Die
ruhigen Dörfer: Jurata, Jastarnia, Chalupy oder Hel sind mit ihren
weiten, sauberen, durch Dünen und Kiefernwälder geschützten Stränden
eine Wonne für diejenigen, die sich nach Ruhe und Erholung sehnen.
Außerdem – Willkommen Surfer! – der hiesige Wind ist
einmalig.
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Windsurfing neben der Hel Halbinsel
Foto: www.poland.gov.pl |

Malbork /Marienburg/
Foto: www.poland.gov.pl |
Besuchenswert ist auch die in Pomorze Wschodnie /Ostpommern/ gelegene
Malbork /Marienburg/. Hier befindet sich die berühmte, gotische,
europaweit bekannteste Wehranlage der Kreuzritter. Sie setzt sich
aus drei Burgen, die auf 20 ha untergebracht sind, zusammen. Seit
dem 12. Jh. erweckt sie Respekt und Bewunderung. Jährlich wird sie
von 500 Tsd. Touristen besucht. 1997 ist die Marienburg auf die
Liste des Weltkultur- und Naturerbes der UNESCO gesetzt worden.
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Quelle: www.poland.gov.pl

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