Die Ostseeküste lädt ein
Die polnische Ostseeküste ist 528 km lang, und fast auf ganzer Länge
von breiten, sandigen Stränden geprägt. Steinige Strände treten nur an
vereinzelten kurzen Küstenabschnitten auf. Entlang der Küstenlinie wechseln
sich meterhohe Kliffs mit weiten flachen Dünen ab. Die Ostseeluft hat
heilende Eigenschaften. Dafür sorgen ihr hoher Jodgehalt sowie die sich
fast die ganze Küste entlang ziehenden Kiefernwälder. Deshalb entstanden
an der Ostsee zahlreiche gut besuchte Kurorte, die ganzjährig auf Kurgäste
eingestellt sind. Großer Beliebtheit erfreut sich Kołobrzeg (Kolberg)
mit seinen Solen, deren therapeutische Wirkung seit dem 7. Jh. genutzt
wird.
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An den Stränden der Ostsee findet jeder etwas für seinen Geschmack.
Es gibt Strandbäder, Wasserrutschen, Volleyballplätze, Ausleihstellen
für Wasserscooter, Wasserskier und Surfbretter sowie farbenfrohe
Promenaden mit Restaurants und Fischgrillständen. An entlegeneren
Küstenabschnitten finden sich jedoch auch menschenleere Strände,
wo man mit etwas Glück im unberührten Sand sogar Bernstein finden
kann.
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Sonnenaugaufgang über Ostsee
Foto(C) Dariusz Zarod
photoagency.com.pl |
Man kann malerische Häfen, alte Leuchttürme und weit ins Meer reichende
Holzbrücken besuchen. Die berühmteste, eine der längsten Molen in Europa,
befindet sich in Sopot (Zoppot).
Juwelen direkt aus der Ostsee
Der hohe Wert des Bernsteins wurde bereits vor Jahrhunderten erkannt.
Sogar aus dem alten Rom führten Bernsteinstraßen zur Ostsee. Man glaubte,
dass Bernstein jung, gesund und schön hält. Er diente als Material für
Skulpturen, Schmuck und Amulette.
Er half auch bei Fieber, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen und Magenleiden.
Heute wissen wir, dass der Bernstein negative Jonteilchen ausstrahlt,
die eine wohltuende Wirkung auf den menschlichen Körper ausüben. Mit Bernsteinsalbe,
oder besser noch, mit einer Tinktur aus Spiritus und ungeschliffenen Bernsteinbröckchen
werden rheumatische Beschwerden gelindert. Goldener, weißer und grüner,
in Silber gefasster Bernstein ist als Schmuck im ganzen Land, an der Küste
jedoch in größter Auswahl erhältlich.
Der Bernstein ist viel älter als die Ostsee. Er entstand vor 40 Mio.
Jahren aus dem Harz eines Nadelbaumes, über den man kaum etwas weiß. Er
setzt sich aus Kohle (79 %), Sauerstoff, Wasserstoff und Schwefel zusammen.
Wenn man ihn etwas reibt, zieht er Papierschnitzel an. In sehr salzigem
Wasser schwimmt er sogar.
Auf die Suche nach Bernstein begibt man sich am besten nach einem Sturm
mit starkem Nordostwind, gegen vier oder fünf Uhr morgens. Am wertvollsten
sind jene Bernsteinbröckchen, in denen winzige Lebewesen oder Pflanzen
eingeschlossen sind.
An der Ostsee gibt es viele beliebte Kurorte wie Miedzyzdroje (Misdroy),
Ustronie (Henkenhagen) und Mielno (Groß Möllen). Es gibt hier auch viele
historische Städte wie z. B. Szczecin (Stettin), Gdansk (Danzig), Sopot
und Kamien Pomorski (Kammin). Aber auch die kleinen idyllischen Fischerdörfer
sind von besonderem Reiz.
An der polnischen Ostseeküste befinden sich zwei Nationalparks. Der
Wolinski-Nationalpark, der sich über die größte polnische Insel Wolin
(Wollin) erstreckt, hat eine herrliche Kliffküste und wurde u. a. zum
Schutz der hier nistenden Seeadler geschaffen. Im S3owinski-Nationalpark,
der auf der UNESCO-Liste der Biosphärenreservate steht, findet man die
größten Wanderdünen Mitteleuropas. Die größten sind 40 m hoch, und in
den Dünentälern, wo weder das Blau des Meeres noch das Grün der Wälder
am Horizont an die wahre Natur dieser Landschaft erinnert, kommt man sich
vor wie in einer Sandwüste. Der Wind formt die Dünen zu länglichen Wellen,
Hügeln, Erhebungen und konkaven Mulden. Die aktivsten Dünen wandern etwa
zehn Meter pro Jahr. Das größte Zentrum der Touristik - der im 13. Jh.
entstandene Ort Leba - ist im 16. Jh. durch Stürme zerstört und durch
den angetragenen Sand zugeschüttet worden. Die wiederaufgebaute Siedlung
ist ein hervorragender Ausgangspunkt für Wanderungen in der wundersamen
Dünenlandschaft.
Zu den besonderen Orten gehört auch die Halbinsel Hel (Hela). Die schmale
Nehrung, mit einer Durchschnittsbreite von 200 m, wird von beiden Seiten
umspült. Dies führte zur Entstehung von zwei sehr unterschiedlichen Mikroklimas
an der nördlichen, starken Stürmen ausgesetzten Seite und auf der durch
einen Dünen- und Waldstreifen geschützten Südseite am Haff.
Der Urlaub an der polnischen Ostseeküste kann für Abenteuerlustige sehr
interessant werden. Mit Taucherausrüstung können sie zu Schiffswracks
tauchen. Bisher sind 24 Wracks geortet worden, aber es gibt sicher noch
viele, die noch auf ihre Entdeckung warten. Die Reederei Polska Żegluga
Bałtycka bietet Schiffausflüge an, u. a. mit Nachbauten von Wikingerbooten
oder Schiffen aus der Zeit von Christoph Kolumbus. Es gibt hier unzählige
interessante Wanderwege. Überall kann man Rad fahren und vielerorts auch
reiten.
Quelle: www.poland.gov.pl

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