Das Land der Tausend Seen
und "Das Polnische Amazonien"
Die
Masuren
Südlich der Ostseeküste beginnt die Landschaft der Seen - ein Paradies
für Segler, Paddler, Angler, Pilzsammler, "Wasserratten", aber
auch für diejenigen, die Spaziergänge in der Stille der Wälder vorziehen.
Die bekannteste Region ist die Masurische Seenplatte - das Land der Großen
Seen. Hier befinden sich einige tausend Seen, darunter der größte, einem
kleinen Meer gleichende, 113 Quadratkilometer große Oniardwy (Spirdingsee).
Die durch Flüsse und Kanäle verbundenen Seen schließen sich zu der beliebtesten
polnischen Segelroute - zur Großen Masurischen-Seen-Route - zusammen.
Masuren - ein für viele Polen magisches Wort, das sofort viele angenehme
Assoziationen hervorruft - mit dem Sommer, mit riesigen himmelblauen,
mit weißen Segeln übersäten Gewässern, mit dem Dickicht der Puszcza Piska
(Johannisburger Heide), mit tief im Wald versteckten Forsthäusern, einsamen
Bauernhöfen an Seeufern, gelbblühenden Rapsfeldern und Storchennestern
auf den Dächern. Masuren bedeutet aber auch das sommerliche Stimmengewirr
an den Anlegestellen von Mikołajki, Giżycko oder Wegorzewo, Tavernen mit
fröhlicher Atmosphäre, die durch das große Ferientreffen der Segler, die
sommerlichen Sportveranstaltungen und die hier stattfindenden Shanty-Festivals
geschaffen wird.

Auf dem Fluss Krutynia
Foto: R. M. Kosinscy, www.poland.gov.pl
Mit dem Schiff übers Festland
Eine große Attraktion der Masuren ist eine Fahrt auf dem Oberländischen
Kanal. Der 1848-1876 entstandene Kanal ist eines der wertvollsten Denkmäler
der Ingenieurkunst in Polen und die einzige Wasserstraße dieser Art in
Europa. Er ermöglicht eine Schifffahrt auf dem Festland! Um den Höhenunterschied
von 100 m zu bewältigen, ist ein kurioses System errichtet worden. Kleinere
Binnenschiffe werden mittels Plattformen auf Schienen über das Festland
gefahren. Die riesigen Fähren ähnelnden Plattformen passieren die 350-550
m langen Landstrecken in 15-20 min. Die Fahrt führt durch Wälder und Seen.
In einer Richtung dauert die Fahrt etwa acht Stunden. Der Kanal verbindet
die beiden Städte Ostróda (Osterode) und Elbląg (Elbing). .
Die Region von Suwałki
Nordöstlich der Masuren liegt die von Touristen weniger besuchte
Region von Suwa3ki. Diese Ecke Polens unterscheidet sich von den
anderen Landesteilen durch die Schönheit der eiszeitlichen Landschaft.
Hier gibt es unzählige Plateaus, bewaldete Hügel, zahlreiche Seen
mit formenreichen Ufern, viele Flüsse und Bäche, tiefe Schluchten
und Tausende von Findlingen. Hier liegt auch der tiefste und reinste
polnische See, der Hancza-See (108,5 m), sowie der wunderschöne
Wigry-See. Hier kann man Bibern beim Bau ihrer Nester zusehen, die
ungewöhnliche nordländische Pflanzenwelt bewundern und den Gipfel
des "Fudschijamas von Suwałki" (Góra Cisowa / Eibenberg)
erobern.
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Masuren
Foto: GA, www.poland.gov.pl |

Kaschubien
Kashubia, another magnificent region, lies to the west of Masuria. There
are no large tourist centres or jet-set events here. Kashubia is the perfect
place for caravanners and campers or family holidays . Alongside the unpolluted,
picturesque lakes and rivers, the region offers its own original attractions.
One part of it has been named the Kashubian Switzerland because of its
unusual geological features. The undulating hills, delightful gorges,
and valleys form an almost highland setting. In summer you can swim in
the lakes and admire the great flocks of cranes, and in winter you can
ski here.

Die
Tucheler Heide
In der Nähe befindet sich der mit 1170 qkm größte Waldkomplex Polens
- die Bory Tucholskie (Tucheler Heide). Die Kiefernwälder sorgen für ein
spezifisches, gesundes Mikroklima. Man kann hier bis zu 30 km durch den
Wald fahren, ohne durch irgendeine Siedlung zu kommen.

Nationalparks
und Naturschutzgebiete
In Polen gibt es 23 Nationalparks. Ihre Aufgabe besteht darin, die einzigartige
Schönheit und die Besonderheiten der Natur an der Ostsee und an den Seen,
aber auch die Wälder, die europaweit einzigartigen Flussgebiete, die Kalkfelsen
und -höhlen sowie die Berge zu schützen. Sieben von ihnen - der S3owinski-,
Bia3owieski-, Kampinoski-, Babiogórski-, Karkonoski-, Tatrzanski- und
Bieszczadzki-Nationalpark - stehen auf der UNESCO-Liste der Biosphärenreservate.
Alle Parks sind für Besucher zugänglich. In allen Parks gibt es zusammen
2500 km Wander-, Reit-, Fahrrad- und Wasserwege. Die Eintrittspreise sind
niedrig und die Vorschriften touristenfreundlich: es ist verboten, von
den Wanderwegen abzuweichen, außerhalb der dafür bestimmten Plätze zu
campen und Abfälle zu hinterlassen. Die Jagd ist Besuchern verboten.

"Das
Polnische Amazonien"
Die Flussgebiete der Narew und Biebrza werden als "polnisches Amazonien"
bezeichnet - was nur für den übertrieben klingt, der noch nie dort gewesen
ist. Die Vogelwelt ist hier einzigartig.

Sonnenaufgang über Biebrza
Foto: GA
www.poland.gov.pl |
Das Tal der Biebrza hat in Europa das größte und am besterhaltenste
natürliche Moorgebiet, ist nicht nur Bestandteil eines Naturparks,
dem das Europa-Diplom zuerkannt wurde, es wird auch durch die Ramsar-Konvention
erfasst, welche die für Wasser- und Sumpfvögel besonders wichtigen
Gebiete schützt. An der Biebrza nisten 270 Vogelarten, an der Narew
200. Im Herbst und Frühling rasten hier auch Zugvögel. Der Park
kann nur zu Fuß, auf dem Fahrrad oder auf dem Wasserwege besichtigt
werden. Man kann hier Haubentaucher, die vom Aussterben bedrohten
Wachtelkönige und Segenrohrsänger, sowie selten vorkommende Kampfläufer,
Wildgänse, Schnepfen, Seeschwalben und Adler beobachten. Am Ufer
waten Stelzvögel wie Reiher, Kranich, Schwarz- und Weißstorch. Häufig
bekommt man hier auch Elche zu Gesicht. Im Biebrza-Gebiet leben
über 500 von ihnen.
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Diese besondere Reise kann man nicht nur mit einem Kajak oder mit einem
Boot, sondern auch mit einem Stechkahn machen, den man in dieser touristenfreundlichen
Gegend vielerorts ausleihen kann. Und wer müde geworden ist, bestellt
sich einfach einen Minibus, der Boote und Passagiere schnell in die nächste
Unterkunft bringt.

Wassersport
Die Gewässer der polnischen Seenplatten sind für viele Wassersportarten
geeignet. Die Badestellen sind gut bewirtschaftet. Einen Bootsverleih
findet man praktisch an jedem größeren See. Nur einige Seen gehören zur
Ruhezone, die von Motorbooten, Wasserskootern und Ausflugsschiffen nicht
befahren werden darf. Sie sind ein Paradies für Segler, Paddler und Wasserradfahrer,
sowie für Ornithologen. Es gibt hier z. B. große Kolonien von Kormoranen.
Es ist auch ein Paradies für Angler, die bei entsprechender Geduld mitunter
einen 50 kg schweren Hecht oder Wels erbeuten können. Eine große Attraktion
am Niecko-See in Augustów ist der Wasserskilift, der die lärmenden Motorboote
ersetzt hat. Ähnliche Einrichtungen sind in Europa noch sehr selten.
In Polen gibt es 2000 Wasserstraßen für Anfänger und fortgeschrittene
Kajakfahrer. Keine andere Art von Tourismus ist so beliebt, so zugänglich,
so leicht erlernbar und dabei so familienfreundlich.
Wer nicht allein paddeln möchte, kann sich einem organisierten Ausflug
anschließen. Fachkundige Reisebüros stellen deutschsprachige Begleiter,
Kajaks, Verpflegung und Lagerausrüstung zur Verfügung, reservieren Übernachtungen,
veranstalten Lagerfeuerfeste, organisieren Stadtbesichtigungen und Wanderungen
durch Naturschutzgebiete, die an der Strecke liegen. Ein Plus solcher
Fahrten ist das Sicherheitsgefühl und die Möglichkeit, Erfahrungen zu
sammeln und interessante Leute kennen zu lernen. Viel freier fühlt man
sich jedoch, wenn man ein Kajak ausleiht und sich allein auf die Wasserreise
macht. Außerdem finden die großangelegten Fahrten während der Ferien statt.
Dabei sind viele Flüsse im Frühling oder Herbst viel schöner und ruhiger.
Die populärste polnische Kajakroute ist der masurische Fluss Krutynia.
Er ist fast 100 km lang und durchfließt viele malerische Seen. Die Krutynia
gehört zu den leichten Routen und wird ihrer Schönheit wegen häufig besucht.
Je nach dem, ob man sich den ganzen Wasserwanderweg oder nur einen Teilabschnitt
vornimmt, kann die Fahrt einige Stunden oder zehn Tage dauern. Die Route
ist stark kommerzialisiert, in jedem zweiten Haus gibt es einen Bootsverleih,
eine Gaststätte, Gästezimmer oder ein Geschäft. Es gibt jedoch abgeschiedene
Stellen, die manche für die schönsten in den Masuren halten.
Fahrten auf anderen Flüssen sind nicht minder populär. Dazu gehören die
Routen auf der Brda (Brache), auf der Pojezierze Bytowskie (Bütower Seeplatte)
und durch die Tucheler Heide, auf der Radunia in Kaschubien, der Drawa
in der Pojezierze Drawskie (Dramburger Seenplatte) und in der Region von
Suwa3ki. Hier sind vor allem der durch den Wigry-See und die Wälder von
Augustów fließende Fluss Czarna Hancza und der eher für erfahrene Kajakfahrer
geeignete schöne und wilde Fluss Rospuda zu empfehlen.
Quelle: www.poland.gov.pl

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