Berge und Täler
Wer die Berge liebt, wird eine Reise nach Polen nicht bereuen. Den Süden
des Landes umschließen die Bergketten der Karpaten und der Sudeten. Im
polnischen Gebirge gibt es zehn Nationalparks. Die Wanderwege sind in
sehr gutem Zustand. Es genügt ein Rucksack mit Verpflegung, ein Paar guter
Schuhe und ein wenig Mut.
Die
Tatra
Der höchste Gebirgszug der Karpaten ist die Tatra. Um ihre Schönheit
zu sehen, muss kein Gipfel erobert werden, es genügt ein Spaziergang durch
eines der Täler - Dolina Koocieliska, Dolina Chochołowska oder Rybi Potok.
In Polen liegen die Hohe und die Westliche Tatra. Wer einmal die Orla-Pera-Route
(Bergpfad des Adlers) passiert hat oder auf die Gipfel Koocielec, Owinica
oder den höchsten von ihnen, den Rysy (2499 m), gestiegen ist, wird immer
wieder hierher zurückkehren wollen.
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Hier befinden sich auch der größte Wasserfall Polens (Wielka Siklawa,
70 m), sowie zahlreiche postglaziale smaragdgrüne Seen. Der größte
und für Touristen am leichtesten erreichbare See ist das 34,9 ha
große Morskie Oko (Meeresauge), ein wenig mehr Mühe macht die Wanderung
durch das Tal der fünf Seen (Dolina Pieciu-Stawów) und durchs G1sienicowa-Tal.
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Die Tatra, Dolina Pięciu-Stawów
Foto(C) Dariusz Zarod
photoagency.com.pl |
Die Westliche Tatra ist weniger gefährlich, großflächiger und grüner.
Sie hat auch die schönsten Höhlen. Auf allen Tatra-Wanderwegen kann man
mit ein wenig Glück Gämsen und Murmeltiere beobachten. In der Tatra grüßen
sich Wanderer, wenn sie sich unterwegs begegnen. Diese Tradition färbt
auch sehr schnell auf Städter ab, die hier herkommen. Ruhige, mit Bergkiefern
bewachsene Lichtungen und große Herbergen verlocken dazu, sich eine Rast
zu gönnen.

Beskidy,
Gorce, Pieniny

Floßfahrt im Dunajec Durchbruch
Foto: www.poland.gov.pl |
Zu den Karpaten gehören auch viele andere Bergketten. Die kuppelförmigen
Berge der Beskiden und Górce mit ihren sanften Hängen sind ideal
für lange, gemächliche Wanderungen. Am Durchbruch des Flusses Dunajec
durch die Pieniny kann man an einer Floßfahrt teilnehmen. Seit 150
Jahren werden die Touristen von Flößern, die regionale Trachten
tragen, in schmalen, hölzernen Kähnen, die jeweils zu fünft zu einem
Floß zusammengebunden werden, durch eine eindrucksvolle Wasserstraße
mitten durch das Herz des Pieniny-Gebirges befördert. Der Fluss
macht innerhalb von 15 km drei riesige Schleifen in einer schmalen
Schlucht zwischen baumbewachsenen Berghängen.
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Das Bieszczady-Gebirge
In den Beskiden und im Pieniny-Gebirge gibt es auf den hiesigen Wanderwegen
besonders im Herbst wenige Touristen. Auch das Bieszczady-Gebirge in den
Ostkarpaten ist im Herbst am prächtigsten. Im September und Oktober färben
sich die mit Buchen bewachsenen Hänge tiefrot und die Almen bestechen
durch ihre Vielfalt an Wiesenblumen. Das Bieszczady-Gebirge ist das einzige
Gebiet dieser Größe, wo es der Natur gelang, ihre ursprüngliche Gestalt
und ihr natürliches Gleichgewicht zurückzugewinnen. Hier leben Wisente,
Bären, Luchse, Wildkatzen und Wölfe. Am frühen Morgen kann man auf den
Lichtungen Herden von Reh- und Karpatenhirschen oder vereinzelten Elchen
begegnen. Manchmal sieht man auch Falken, Habichte, Mäusebussarde und
Steinadler.

Auf
dem Fahrrad und zu Pferde
Die meisten Wanderwege an der Ostseeküste, an den Seen, in den Bergen
und Tälern können mit Fahrrad und zu Pferde bewältigt werden. In ganz
Polen gibt es fast 5000 km Radwege. Sie führen durch National- und Landschaftsparks,
an Seen entlang, über Ostseedünen und Berggipfel, durch Flusstäler sowie
interessante Städte.

Foto: www.poland.gov.pl
Noch interessanter ist es, Polen hoch zu Ross zu entdecken, denn hier
ist das Reiten sehr beliebt. Die Polen mochten Pferde seit jeher. Sie
dienten ihnen auf Reisen, auf der Jagd und auf den Schlachtfeldern. Die
Polen sind als hervorragende Reiter bekannt, und das Reiten ist hier eine
alte Tradition. In der Vergangenheit war das Pferd so populär, dass es
in einem der ersten polnischen Lexika von 1746 nur mit ein paar knappen
Worten definiert wurde: "Wie das Pferd ist, sieht jeder." Heute ist die
polnische Pferdezucht weltweit berühmt. Zu Auktionen polnischer Araberpferde
reisen die besten Pferdezüchter aus aller Welt an. Landesweit gibt es
zahlreiche Gestüte, Reitschulen und private Reitzentren - alle in Gegenden,
wo das Reiten himmlischen Spaß macht. Es gibt auch spezielle Reitwanderwege,
auf denen herrliche, mehrtägige oder mehrwöchige Ritte organisiert werden,
wie z.B. die Wolfsroute in Zentralpolen (240 km) sowie die Reitwanderwege
durch das Jura (250 km) und durch die Beskiden (600 km, http://szlaki.pttk.pl/konne/jura01d.html).
Den Bieszczady-Nationalpark kann man auf kleinen, sanften, kräftigen,
Huzulenpferden erkunden. Auf den Feld- und Gebirgsrouten kann man die
Abgeschiedenheit genießen. Zum Ausruhen und zum Tränken der Pferde gibt
es saubere Seen und Bäche. Das ganze Jahr über finden in verschiedenen
Landesteilen unzählige Veranstaltungen statt. Man kann an traditionellen
Jagden oder Veranstaltungen teilnehmen, z. B. am Hl.-Hubertus-Verfolgungsritt,
am Viehtreiben der Cowboys und an Rodeos.

Die
Sudeten
Die im Südwesten Polens liegenden Sudeten sind leicht zu besteigen. Im
Grunde ist eine Wanderung hier mit einem Spaziergang vergleichbar. Die
Sudeten sind touristisch sehr gut entwickelt. Sie sind ein Mosaik von
Gebirgsketten mit vielfältigem Charakter - vom massiven Karkonosze-Gebirge
(Riesengebirge) über das phantasievoll geformte Heuscheuergebirge (Góry
Stołowe) bis zu den flachen, großen Anhöhen der Góry Izerskie (Isergebirge)
und der Beskid Zachodni (Westbeskiden), der Góry Bialskie und der Góry
Złote. Hier kann man im Wald Wasserfälle und riesige postglaziale Kessel
bewundern, sich im Felsenlabyrinth verirren, Mufflons fotografieren und
wertvolle Mineralien finden. In der Vergangenheit bezeichnete man die
Sudeten als die "Schatzkammer Europas" und so manches Gebäude in Frankreich
oder Italien hat eine Täfelung mit sudetischem Stein. Bis heute kann man
in den Sudeten Bergkristalle, Achate, Amethyste, Jaspisse, Granate und
Topase finden.

Das
Heilig-Kreuz-Gebirge
Das Heilig-Kreuz-Gebirge ist mit seinen 650 Mio. Jahren eines der ältesten
in Europa. Seine Hügel sind flach, mit Verwitterungsschutt bedeckt und
zum Teil mit uralten Wäldern bewachsen. Im hiesigen Nationalpark und Naturschutzgebiet
gibt es 670 Naturdenkmäler: alte Bäume und bizarre Felsen. Auf dem Lysa
Góra (Kahler Berg) kann man einen legendären Hexen-Teffpunkt besuchen.
Archäologische Forschungen bestätigten lediglich, dass sich hier vor Jahrhunderten
ein heidnisches Zentrum des slawischer Götzenkults befand. Auf dem Gebiet
um das Heilig-Kreuz-Gebirge gibt es jüngere Felsformationen, darunter
auch Kalkgestein mit vielen Grotten und Höhlen. Hier liegt auch die schönste
Höhle Polens - die Tropfsteinhöhle Raj (Paradies).
In den polnischen Bergen gibt es nicht nur wundervolle Landschaften zu
bewundern. In den Tälern liegen reizvolle Städtchen, Dörfer und Kurorte,
in denen häufig alte Holzhütten und alte Kirchen erhalten geblieben sind.
Einige davon sind orthodoxe Gotteshäuser. Vielerorts werden noch alte
Traditionen und faszinierende Bräuche kultiviert. Diesbezüglich sind besonders
das Tatra-Vorland und Zakopane interessant.

Gebirgskurorte
In den polnischen Bergen liegen viele beliebte Kurorte mit anerkannten
Heilquellen. Im Pieniny-Gebirge liegt die schöne Ortschaft Szczawnica,
in den Sudeten Szklarska Poreba (Schreiberhau), Polanica (Altheide) und
Kudowa Zdrój. Die in Wäldern und Parks sprudelnden wohltuenden Quellen
sind allgemein zugänglich und unentgeltlich. Es reicht, wenn man einen
Becher oder eine Flasche dabei hat. Ein sehr origineller Kurort ist Polanczyk
im Bieszczady-Gebirge. Er liegt auf einer Halbinsel, die von drei Seiten
vom klaren Wasser des Solina-Stausees umgeben ist. Das Klima ist hier
besonders mild. Die große Entfernung zur Ostsee und zum Schwarzen Meer
machen diese Region zur kontinentalsten Ecke Polens. Hier werden Erkrankungen
der Atemwege und Nervenleiden behandelt. Polanczyk ist auch ein Wassersportzentrum
mit Segelbooten, Kajaks, Motorbooten und Wasserski.
Quelle: www.poland.gov.pl

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