Kirchen, orthodoxe Kirchen, Synagogen
Die Sakralobjekte in Polen verdienen nicht weniger Aufmerksamkeit als
die Burgen und Schlösser. In den vergangenen Jahrhunderten wohnten in
Polen Angehörige verschiedener Nationen und Religionen. Daher findet man
hier neben römisch-katholischen auch viele orthodoxe, griechisch-katholische,
evangelische und jüdische Gotteshäuser.

Sanktuarium in Święta Lipka
(Heilige Linde)
Foto: www.poland.gov.pl |
In Giżycko, einer kleinen Ortschaft im Masurenland, befinden sich
außer den katholischen, evangelischen, orthodoxen und griechisch-katholischen
Kirchen, auch Gotteshäuser der Baptisten, Pfingstler und Zeugen
Jehovas.
In den Ostgebieten Polens befinden sich in zwei kleinen Dörfern,
Bohoniki und Kruszyniany, historische Moscheen, in denen polnische
Moslems beten. Selbstverständlich ist die Anzahl römisch-katholischer
Kirchen am größten. In den Städten befinden sich Kathedralen aus
der Zeit von Gotik und Renaissance. Zwischen den Masurischen Seen
liegt Święta Lipka (Heilige Linde), ein wertvoller Barockkomplex
aus Kirche und Jesuitenkloster. Die Kirche hat eine barocke Orgel
mit beweglichen Figürchen. Im Sommer finden hier Orgelkonzerte statt.
Das Sanktuarium wird von zahlreichen Pilgern besucht, da an der
Stelle, wo das Gotteshaus entstanden ist, im 15. Jh. Wunder geschehen
sein sollen. Bereits damals strömten die Gläubiger zu dieser wundertätigen
Stelle.
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An Wanderrouten im Gebirge gibt es sehr viele kleine Holzkirchen
aus dem 15. und 16. Jh., in denen häufig wertvolle Gemälde und Plastiken
zu finden sind. Ein ausländisches evangelisch-lutheranisches Gotteshaus
(Wang) finden wir in Karpacz (Krummhüber-Brückenberg), im Riesengebirge.
Die im 13. Jh. in Norwegen gebaute Holzkirche ist vom preußischen
König Friedrich Wilhelm IV. gekauft und in Teilen nach Berlin und
später nach Karpacz gebracht worden. Im Innern sind mit Runen (Schrift
der alten Germanen) beschriebene Originalteile erhalten geblieben.
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Die Wang-Kirche in Karpacz
Foto: www.poland.gov.pl
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Orthodoxe Kirche im Beskid Niski
Foto: www.poland.gov.pl |
In Bieszczady kann man der Ikonen-Route folgen. Sie beginnt in
Sanok, in dem landesweit größten Ikonenmuseum und macht eine 70
km lange Schleife, die über Berghänge und durch Gebirgsdörfer führt.
Sie umfasst zwei Museen und zehn schöne orthodoxe Holzkirchen mit
wertvollen Gemälden und Ikonostasen. Die älteste orthodoxe Kirche
Polens (von 1510) befindet sich in Ulucz. Die Route kann zu Fuß,
zu Pferde, auf dem Fahrrad oder auf dem Wasserwege durch das San-Tal
gemacht werden.
Interessant ist auch das an der weißrussischen Grenze gelegene
Dorf Białowieża und die benachbarte Kleinstadt Hajnówka. Beide liegen
am Rande des Białowieża-Urwalds, die meisten Einwohner sind orthodoxen
Glaubens. In Białowieża befindet sich die historisch sehr wertvolle,
gemauerte orthodoxe St. Nikolai-Kirche mit einer seltenen Ikonostase
aus chinesischem Porzellan. Jeden Mai treffen sich in Hajnówka,
in der Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit, zahlreiche Chöre aus
der ganzen Welt und sogar aus Afrika, um am Festival der orthodoxen
Musik teilzunehmen.
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Unweit von hier, in der in Podlasie liegenden Ortschaft Grabarka, erhebt
sich der Hügel der Büßer, ein heiliger Ort der russisch-orthodoxen Religion,
an dem seit Jahrhunderten unterschiedlich große Votivkreuze aus Holz und
Metall aufgestellt werden...
Im östlichen Teil des Landes befinden sich die meisten jüdischen Sehenswürdigkeiten.
Synagogen, jüdische Badehäuser und Friedhöfe sind vielerorts in der Region
von Lublin und Polesie erhalten geblieben. Eine barocke Festungssynagoge
kann man in Tykocin, in der Nähe von Białystok besichtigen. Es ist die
zweitgrößte Synagoge in Polen (die größte befindet sich in Krakau). Viele
Kenner der jüdischen Kultur betrachten die manieristische Festungssynagoge
in Lesko (Bieszczady-Gebirge) und den sich ihr anschließenden riesigen,
uralten Friedhof mit geschnitzten Grabsteinen aus dem 16. Jh. als historisch
am wertvollsten. Der größte jüdische Friedhof in Polen und in Mittelosteuropa
(und einer der weltweit größten) befindet sich jedoch in Zentralpolen,
in Łódź. Hier kann man 200 Tsd. Gedenksteine aus den Jahren 1893-1939
besichtigen. Einige von ihnen wurden als historische Denkmäler höchster
Klasse anerkannt.
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Es ist die zweitgrößte Synagoge in Polen (die größte befindet sich
in Krakau). Viele Kenner der jüdischen Kultur betrachten die manieristische
Festungssynagoge in Lesko (Bieszczady-Gebirge) und den sich ihr
anschließenden riesigen, uralten Friedhof mit geschnitzten Grabsteinen
aus dem 16. Jh. als historisch am wertvollsten. Der größte jüdische
Friedhof in Polen und in Mittelosteuropa (und einer der weltweit
größten) befindet sich jedoch in Zentralpolen, in Łódź. Hier kann
man 200 Tsd. Gedenksteine aus den Jahren 1893-1939 besichtigen.
Einige von ihnen wurden als historische Denkmäler höchster Klasse
anerkannt.
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Synagoge in Tykocin
Foto: www.poland.gov.pl |
Ungewöhnliches Zaddik-Grab
In Leżajsk, einer Kleinstadt nordwestlich von Przemyśl erhebt sich eine
Klosterburg der Bernhardiner mit einer herrlichen Orgel in der Marienkirche.
Viel weniger bekannt ist eine andere, einmalige Attraktion: ohel - das
Grab Elimelechs von Leżajsk, eines Zaddiks mit übernatürlichen Fähigkeiten,
der im 18. Jh. Leżajsk zum Zentrum des Chassidismus machte. Am Todestag
des Zaddiks - der 21. Tag des Monats adar (Ende Februar/Anfang März) wird
sein Grab von Pilgern aus Israel, aus den USA, aus Ungarn, Kanada, Weißrußland
und Litauen besucht. Von Jahr zu Jahr werden es mehr (2002 kamen 10 tausend
Personen). "Der Zaddik erhört die Bitten derjenigen, die nicht allzu viel
verlangen" - lautet die seit 200 Jahren übermittelte Botschaft.
Quelle: www.poland.gov.pl

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