Auf der Liste steht auch Kazimierz, der im 14. Jh. entstandene jüdische Stadtteil, der einst eine eigenständige Stadt war. Kazimierz ist (nach dem Prager Josefov) weltweit der zweitgrößte und wertvollste historische Komplex jüdischer Sehenswürdigkeiten. Es gibt Synagogen (die älteste aus dem 15. Jh.), kleine Häuser und einen jüdischen Friedhof aus dem 16. Jahrhundert.
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Vierzig Kilometer südwestlich von Krakau liegt in Kalwaria Zebrzydowska das zweitgrößte Marienheiligentum Polens mit dem nachgebauten Kreuzweg von Jerusalem. Die Bauidee stammt von dem Krakauer Woiwoden Mikołaj Zebrzydowski, der im 17. Jh. lebte und in den umliegenden Hügeln eine Ähnlichkeit mit Jerusalem sah. Zuerst wurden das Bernhardinerkloster und eine Kirche errichtet. Später entstanden viele, durch Bauten Jerusalems inspirierte Objekte. Einer der Berge wurde zu Golgota, ein anderer zum Ölberg und der Fluss zum Bach Cedron umbenannt. Die 40 Kapellen und kleinen Kirchen liegen malerisch auf den umliegenden Hügeln und im Cedron-Tal verstreut. In der Karwoche finden hier Passionsspiele mit Hunderttausenden Menschen statt. |
![]() Mysterien in Kalwaria Zebrzydowska Foto: www.poland.gov.pl |
Auf der UNESCO-Liste steht auch Warschau (Warszawa). Wenn man die Stadt heute sieht, ist es kaum zu glauben, dass sie zum Ende des Zweiten Weltkrieges fast dem Erdboden gleichgemacht wurde. Das einstige "Paris des Nordes" mit einer Bebauung aus dem 13. Jh. wurde bombardiert und systematisch gesprengt. Jahre später wurden die gesamte Altstadt mit ihren farbigen Häusern, Kirchen und dem Königschloss originalgetreu wieder aufgebaut. Dabei verwendete man Fragmente, die man aus den Ruinen geborgen hatte. Die Warschauer Altstadt wurde als Beispiel der detailgetreuen Rekonstruktion eines ganzen Stadtzentrums auf die UNESCO-Liste gesetzt.
Zwischen gläsernen Wolkenkratzern und breiten, verkehrsreichen Straßen kann man in Warschau aufwendig restaurierte Paläste, Häuser und manchmal ganze Straßen mit harmonisch rekonstruierter Bebauung finden, z. B. die am so genannten Königsweg gelegenen Prachtstraßen Krakowskie Przedmieście, Nowy Świat und Aleje Ujazdowskie. Es gibt hier viele schöne, romantische Ecken. Der Stolz Warschaus sind die Parkanlagen. Ein echtes Juwel ist der Łazienki-Park aus dem 18. Jh.
Im Park gibt es eine barocke Oper, eine Freilichtbühne mit Teich-Blick und das Palais auf dem Wasser mit einem barocken Konzertsaal. Zwischen großen Bäumen, Bänken und Rosenbeeten steht ein riesiges Chopindenkmal, unter dem vom Frühling bis zum Herbst Klavierkonzerte stattfinden. Warschaus Architektur bedient jedoch noch einen ganz anderen Geschmack. Der vor 50 Jahren als Geschenk der Sowjetunion errichtete Kulturpalast ist im Stil des sozialistischen Realismus gehalten. Mit fast 232 m ist er das höchste Gebäude Polens und das sechsthöchste in Europa. Neben zwei Theatern, einem Multikino, einem Technik- und einem Naturmuseum hat er große Räume für Konzerte und Messen zu bieten.
![]() Der Markt in Zamość Photo: www.poland.gov.pl |
Die Stadt Toruń (Thorn), die Geburtstadt von Nikolaus Kopernikus, ist wegen ihrer über 300 Kunstdenkmäler auf der UNESCO-Liste. Die Marktanlage und die anliegenden Straßen blieben seit 700 Jahren unverändert. Bemerkenswert ist der Schiefe Turm, der um 1300 errichtet wurde. Die etwas jüngere Stadt Zamość entstand auf Wunsch des 36-jährigen Magnaten Jan Zamoyski im 16. Jh. als Hauptstadt seiner Latifundien. Sie ist eine Perle der Renaissance.
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Die Kreuzritterburg in Malbork (Marienburg) ist die größte gotische Festung in Europa. Sie bedeckt eine Fläche von 20 ha und besteht aus drei Schlössern, von denen jedes einzeln geschützt ist. Das Burgmuseum birgt eine ungewöhnliche Bernsteinsammlung. Eine besondere Attraktion sind die nächtlichen Schlossführungen.
Auf der UNESCO-Liste steht auch der Urwald von Białowieża (Puszcza Białowieska). Er ist das größte natürliche Waldgebiet in Europa und das letzte Fragment eines Urwalds, der einst ganz Mitteleuropa bedeckte. Seine Tier- und Pflanzenwelt ist einzigartig. Der Urwald ist ein Biosphärenreservat, das mit dem Europa-Diplom ausgezeichnet wurde. Hier lebt der dem Bison ähnliche Wisent, das größte europäische Säugetier. Es kommen 26 Baumarten und 56 Straucharten vor. Das durchschnittliche Alter der Bäume liegt bei 126 Jahren.
Das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau (Oświęcim-Brzezinka) wird jährlich
von einigen Tausend Menschen besucht. Kinder unter 13 Jahren haben keinen
Zutritt. 1940-45 haben die Deutschen hier 1,1-1,5 Mio. Juden, Kriegsgefangene,
Polen, Roma, Homosexuelle, politische Häftlinge und Russen ermordet. Als
die sowjetischen Truppen am 27. Januar 1945 Auschwitz erreichten, waren
in dem kurz zuvor aufgelösten Lager noch einige Tausend Häftlinge verblieben.
Man drehte einen Film, den jetzt jeder Besucher in mehreren Sprachen betrachten
kann. 1979 wurde das Objekt auf die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes gesetzt.
Im Jahre 2000 erfolgte die Eintragung der barocken Zisterzienserabtei in Krzeszów (Grüssau) in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes. Es ist die bedeutendste spätbarocke Klosteranlage in Schlesien.
Weitere Objekte warten auf die Eintragung in die UNESCO-Liste.
Danzig: Krantor an der Motlau
Auch Gdańsk (Danzig), die tausend Jahre alte Stadt mit der landesweit größten Altstadt rechnet mit ihrer Eintragung. Die berühmtesten europäischen Architekten haben Danzig entworfen, gebaut und geschmückt. Gdańsk rühmt sich seiner ungewöhnlichen Marienbasilika, der größten gotischen Backsteinkirche der Welt, und der Kathedrale im Stadtteil Oliwa mit ihrer berühmten Orgel.
Die an der Oder liegende, durch viele Kanäle geteilte Stadt Wroclaw (Breslau) hat zwölf Inseln, zu denen zahlreiche Brücken führen. Sie entstand an der Kreuzung alter Handelsstraßen, was für ihren Reichtum und ihre Form bestimmend war. Der Stolz der Stadt ist der größte und herrlichste Komplex gotischer Sakralarchitektur aus dem mittelalterlichen Polen. Die Perle Wrocławs ist die Insel Ostrów Tumski mit ihren Kirchen und ruhigen Fleckchen. Auch hier soll sich ein Energiezentrum der Erde befinden: das himmelblaue Chakra des Bewusstseins.
In die Stadt Kazimierz Dolny an der Weichsel zieht es Maler und Fotografen. Vor Jahrhunderten lag sie an einer wichtigen Handelsstraße und gehörte reichen Kaufleuten, die hier herrliche, kunstvoll geschmückte Häuser errichten ließen. Heute wirkt sie wie ein riesiges Freilichtmuseum. Der Markt von Kazimierz ist nicht nur ein architektonisches Kleinod, sondern auch ein fröhlicher Ort mit Ständen, an denen man wunderschönes Kunsthandwerk und das berühmte Gebäck: Kazimierz-Hähne und andere Back-Tiere kaufen kann. In Kazimierz sind imposante Speicher erhalten geblieben, die an den ehemaligen Hafen erinnern. Die Stadt ist von einem Landschaftspark umgeben: viel Grün, Naturdenkmäler, Wanderpfade und wilde Löß-Schluchten. Ende Juni findet in Kazimierz das landesweite Festival der Volkskapellen und Volkssänger statt.
Quelle: www.poland.gov.pl